Katzenwels / Zwergwels

Zwergwels
Katzenwels - Fängerin: Nadja Schieche

Der Zwergwels oder auch Katzenwels ist eine kleine, nicht einheimische Welsart. Katzenwelse sind invasiv und neigen zu hohen Beständen, die dann auch schnell Verbutten. Unter Anglern oft als Plage verschrien, sind Zwergwelse kulinarisch ein Highlight. Glücklicherweise müssen Zwerwelse in der Regel entnommen werden.

Aussehen

Der Zwergwelses hat einen breiten, flachen Kopf und ein großes endständigen Maul. Er hat vier längere Barteln am Oberkiefer und 4 kürzere Barteln am Unterkiefer. Er hat einen bräunlichen Rücken, etwas hellere Seiten, einen hellen Bauch und besitzt keine Schuppen. In den Brust- und Rückenflossen liegen hartstrahlige Stacheln, die Verletzungen verursachen können. Er verfügt über eine Fettflosse.

Vorkommen

Der Zwergwels kommt aus Amerika. Ende des 19. Jahrhunderts wurde er in Europa angesiedelt und verbreitet sich unaufhaltsam. Dies liegt vor allem an seinen geringen Ansprüchen. Der Warmwasser liebende Fisch lebt in stehenden wie fließenden Gewässern und benötigt keine sehr gute Wasserqualität. Der Zwergwels lebt am Grund und ist vorwiegend nachs aktiv. In Deutschland kommen vor allem 2 Arten vor, die gemeinhin als Zwergwelse bezeichnet werden.

  • Brauner Zwergwels (Ameiurus nebulosus)
  • Schwarzer Zwergwels (Ameiurus melas)

Der Schwarze Zwergwels kommt erst seit den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Deutschland vor, der Braune Zwergwels bereits etwa 100 Jahre früher, wobei die Unterscheidung nicht leicht ist und die Fische oft nicht als getrennte Arten erfasst wurden.

Größe und Alter

Zwergwelse werden im Schnitt oft nicht größer als 20 Zentimeter, da die Bestände in vielen Fällen zur Verbuttung neigen. In manchen Gewässern werden die Fische aber auch 30 und sogar 40 Zentimeter groß. Solch kapitale Fische können sogar 2 Kilo wiegen. Die Fische können maximal ein Alter von 4 bis 5 Jahren erreichen.

Ernährung

Auf dem Speiseplan stehen vor allem kleinere Bodentiere, wie, Schnecken, Muscheln oder verschiedene Insektenlarven. Im Frühjahr wird auch Fischlaich gerne gefressen.Je größer die Tiere werden, desto größer wird die Beute. Dann werden auch Fische, Frösche oder Krebse nicht verschmäht. Auch Mais und andere Partikelköder werden genommen.

Vermehrung

Zwergwelse sind Warmwasserlaicher. Sie laichen jennach Gewässer zwischen April und Juli. Die Rogner laichen etwa 4.000 bis 5.000 Eier ab und bilden dafür ein kleines Nest, welches sie in den Boden schlagen und mit Pflanzenresten auskleiden. Anschließend übernimmt das Männchen die Nestüberwachung. Nach etwa einer Woche schlüpfen die Larven und werden noch einige Zeit vom Milchner verteidigt.

Verwechslungsgefahr

Der Zwergwels kann mit dem normalen Wels verwechselt werden. Er besitzt aber insgesamt 8 Barteln, also deutlich mehr als einheimische Welse. Außerdem hat der Zwergwels eine Fettflosse ohne Strahlen.

Angeln auf Zwergwelse

Zwergwelse sind klassische Warmwasserfische und können im Sommer am besten beangelt werden. Ideale Angelzeiten sind oft die Dämmerungsphasen. Da die Fische aber oft Massenbestände entwickeln stürzen sich die Fische teils den ganzen Tag über gierig auf die Köder. Zwergwels angeln geht gut vom Ufer mit einer einfachen Stippe. Der Köder sollte dabei am Grund angeboten werden. Deshalb sind auch Grundmontagen möglich. Gute Köder sind Würmer und Maden, aber auch Fischfetzen und sogar Mais fangen jede Menge Fische. Da die Fische sehr gefräsig sind, klappt eigentlich alles. Beim Angeln ist Vorsicht geboten, da die Zwergwelse besagte Stacheln haben, die beim Angler zu Verletzungen führen können.

Zwergwelse in der Küche

Der Zwergwels ist eine Delikatesse, auch wenn er oft eher als Plage gilt. Insbesondere das Räuchern ist eine beliebte Zubereitungsmethode, aber auch frittiert oder gebraten sind die Zwergwelse sehr fein. Das zarte, weiße Fleisch ist weitestgehend grätenfrei. Hat man ein paar Fische zusammen, ist das schon eine ordentliche und schmackhafte Mahlzeit.

Alle Infos kurz und knapp

Merkmale:
Katzenwels:
breiter und flacher Kopf mit großem Maul, vier Paar Barteln zur Nahrungssuche, strahlenlose Fettflosse zwischen Rücken- und Schwanzflosse, kleine Stacheln an Rückenflosse und Brustflosse, farbliche Anpassung an Umgebung, maximal 9 Jahre alt
Zwergwels:
schwarzgrüne bis gelbbraune Oberseite, Unterseite grau bis weiß, acht dunkle oder schwarze Barteln, 15 bis 19 Kiemenreusendornen, erster Strahl der Brustflossen schwach gesägt, Afterflosse kurz und abgerundet, dunkle Haut zwischen Strahlen, lange scharfe Stacheln am Vorderrand der Rücken- und Brustflossen, drei bis maximal fünf Jahre, In Ausnahmefällen bis zehn Jahre alt und acht Pfund

Größe:
Katzenwels:
25 bis maximal 55 Zentimeter, bis zwei Kilogramm, Höchstgewicht 2.7 Kilogramm
Zwergwels:
25 bis 35 Zentimeter, weniger als 400 Gramm, Höchstlänge 66 Zentimetern, Höchstgewicht 3,62 Kilogramm

Flossenformel:
Katzenwels:
D 1, A 6 bis 7, C 18 bis 19
Zwergwels:
A 17 bis 21

Verwechslungsgefahr mit:
Wels, anderen Katzenwelsarten

Besonderes:
Verbreitung weltweit, tolerant (CO2, O2, Temperatur), resistent gegen Umweltverschmutzung, kann sich im Schlamm vergraben um Extremsituationen zu bewältigen, Arretierung der Rückenflosse als Schutz vor Verschlucken durch Räuber, nachtaktiver Grundfisch, Neobiota, negative Auswirkungen aufs Ökosystem und andere Fischarten, Noodling - sportlicher Katzenwelsfang mit der Hand

Verbreitung:
Katzenwels:
natürliche Verbreitung: östliches Nordamerika
tatsächliche Verbreitung: weltweite Verbreitung, Europa, Asien (Iran, Türkei)
bevorzugte Habitate: Bächen, Flüssen, Gumpen, Kolke, Altwässer, Weiher, Teiche, Stauseen, selten im Brackwasser, 0/8°C bis 30/37°C
Zwergwels:
natürliche Verbreitung: mittleren Westen der Vereinigten Staaten und Süd-Kanadas, Westrand der Appalachen bis Ostrand der Rocky Mountains, Saskatchewan und Manitoba im Norden bis Süd-Texas und New Mexico im Süden
tatsächliche Verbreitung: westlich der Rocky Mountains von British Columbia und Alberta im Norden bis Mexiko im Süden, Arizona, Nevada, Idaho, Deutschland, Schweiz, Niederlande, Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien, Russland
bevorzugte Habitate: Bächen und Flüssen, schwache Strömung, weichem Untergrund, Gumpen, Kolke, Altwässer, Weihern, Teiche, Stauseen, 8°C bis 30°C

Fortpflanzungsbiologie:
Katzenwels:
Laichnester von beiden Geschlechtern, echte Brutpflege, Eier werden belüftet, gedreht und versetzt, Kannibalismus möglich
Zwergwels:
Nester bzw. Laichgruben in schlammige Böden, goldgelber Laich wird von beiden Eltern abwechselnd bewacht - echte Brutpflege. Larvenschlupf nach vier bis sechs Tagen, die Brütlinge bilden klumpig angeordnete Schulen und werden bis 2,5 bis 3 Zentimeter Größe behütet, schnelle Vermehrung, Verdopplung der Population in etwa 1,4 bis 4,4 Jahren

Laichzeit:
Laichzeit im späten Frühling oder frühen Sommer

Familie:
Ictaluridae, Katzenwelse

Katzenwels, Zwergwels Übersetzung
lateinisch: Ameiurus nebulosus, Ameiurus melas
bulgarisch: Американски сом , Ameiurus melas
englisch: Brown bullhead, Black bullhead
finnisch: Piikkimonni, Mustapiikkimonni
französisch: Barbotte brune, Ameiurus melas
italienisch: Ameiurus nebulosus, Ameiurus melas
niederländisch: Bruine dwergmeerval, Zwarte dwergmeerval
norwegisch: Dvergmalle 
polnisch: Sumik karłowaty 
portugisisch: Ameiurus nebulosus
russisch: Американский сомик
schwedisch: Dvärgmal, Svart dvärgmal
spanisch: Ameiurus nebulosus, Ameiurus melas
tschechisch: Sumeček americký, Sumeček černý
ungarisch: Törpeharcsa, Fekete törpeharcsa
türkisch: Kedi yayın balığı
rumänisch: Somn pitic, Somn negru
ukrainisch: Сомик коричневий, Сомик чорний

natürliche Nahrung: 
Katzenwels:
Schnecken, Insekten, Egel, Krebse, Plankton, Würmer, Algen, Pflanzen, Fische, Eier von Hering, Maräne und Salmoniden. Jungfische: Chironomiden,  Muschelkrebse, Bachflohkrebse, Käfer, Fliegen 
Zwergwels:
Allesfresser, lebende und tote Pflanzen und Tiere, wasserlebende Kerbtier-Larven und Krebstiere, Egel, Muscheln, Schnecken, Fische, Pflanzenmaterial