Die Aliens kommen: Invasiven Grundeln auf den Grund gehen

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Die erste Grundel im Flussabschnitt ist für viele Angelvereine eine Hiobsbotschaft. Denn seit Jahren wird alles versucht um die weitere Ausbreitung der invasiven Grundeln zu verhindern. Die bodenbewohnenden Fische werden bis 20 cm groß aber ihr Appetit gleicht dem eines 2 m Welses. Kein Naturköder ist vor den Grundeln sicher. Sogar kleinere Kunstköder werden attackiert. Zeit der Grundel auf den Grund zu gehen.

Die Schwarzmeergrundel: Eine Invasion vieler Grundeln

Immer mehr invasive Grundelarten kommen heute in den mitteleuropäischen Flüssen vor. Immer häufiger fällt unter Anglern der Name Schwarzmeergrundel. Das ist jedoch keine bestimmte Fischart, sondern ein Sammelbegriff für verschiedene Grundelarten aus dem Schwarzmeer. Diese werden auch als pontisch bezeichnet, was bedeutet “zum schwarzen Meer gehörend”. Der Name Schwarzmeergrundel ist also durchaus zutreffend aber unzureichend. Welche invasiven Grundeln gibt es bei uns und warum finden wir genau diese heute in so großer Zahl in unseren Flüssen? 

Invasive Schwarzmundgrundeln und ihre Verwandten

Grundeln sind Knochenfische und Ihr Name ist physiologisch bedingt. Die meisten Arten besitzen keine Schwimmblase und verbringen ihr Leben großteils auf dem Gewässergrund. Die meisten Grundeln leben im Meer. Einige Arten haben sich allerdings an das Leben im Brack- und Süßwasser angepasst, wie die invasiven Schwarzmeergrundeln. Die bekannteste pontische Grundelart in unseren Gewässern ist die Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus). Sie wird etwa 15 Zentimeter große, kommt jedoch selten allein. Auch die Kessler Grundel (Neogobius kessleri), die Marmorgrundel (Proterorhinus marmoratus) und die Flussgrundel (Neogobius fluviatilis) sind längst in unseren Flüssen heimisch.

Woher kommen invasive Grundeln?

Die invasive Schwarzmundgrundeln besiedeln die Mündungsgebiete und Unterläufe der Zuflüsse zum Schwarzmeer. Von dort kamen sie vor allem durch den Schiffsverkehr nach Europa. Hier haben sie sich durch künstliche Verbindungskanäle zwischen den großen Flusssystemen haben sich die verschiedenen Grundelarten aber mittlerweile über ganz Mitteleuropa ausgebreitet. Wissenschaftler gehen jedoch davon aus, dass hier eine Mischung aus selbständiger Einwanderung und Verschleppung vorliegt. So hat vor allem der Rhein-Main-Donau Kanal den Zustrom von der Donau in andere große Flusssysteme möglich gemacht. Aber auch der Schiffsverkehr mit seinem Ballastwasser trägt weiterhin weltweit zur ihrer Verbreitung bei. So hat die Schwarzmundgrundel bereits die großen Seen von Amerika erreicht.

Invasive Grundeln: Fluch oder Segen?

Heute sind Grundeln an vielen Orten an Donau und Rhein die häufigsten Fischarten. Die Steinpackungen begradigter Flüsse bieten ihnen dabei optimale Lebensbedingungen. Die Befürchtung ist groß, dass sich die Grundeln als Bruträuber in Europa bereits negativ auf den heimischen Fischbestand ausgewirkt haben. Diese Angst kann jedoch nicht bestätigt werden. Zwar besteht eine Konkurrenz zur Quappe, jedoch überwiegen die positiven Effekte auf heimische Raubfischbestände. Vor allem der Zander haben die Grundeln als neue Beute längst akzeptiert und lieben gelernt. Dies ist für Angler eine gute Nachricht. Allerdings machen Schwarzmeergundeln den Anglern an Donau und Rhein das Leben schwer. Besonders beim Feedern und Aalangeln beißen mittlerweile ausschließlich Grundeln und verderben den örtlichen Petrijüngern ordentlich den Spaß. Vielerorts sind deshalb Entnahmegebote erlassen worden, die jedoch nur bedingt. Es sind schlichtweg zu viele. 

Umgang der Angler mit invasiven Grundeln

Angler müssen sich heute mit den neuen Bewohnern arrangieren. Raubfischanglern dürfte das leicht fallen und an vielen Gewässern ist eine Grundel bereits der mit Abstand beste Naturköder für Barsch, Zander und Hecht. Für Friedfischangler sind die Aussichten weniger rosig. Ein Patentrezept um die Grundeln von Made, Wurm und anderen Naturködern fernzuhalten gibt es leider noch nicht. Dafür jedoch viele Grundelrezepte aus Osteuropa. Hier wurden grundeln schon immer kulinarisch genutzt. 

Und das ist auch ein guter Vorsatz für uns Angler. Wie wäre es denn zum Beispiel mit Crunchy Grundeln, gebacken im heißen Fett? Der deutsche Jagdverband zeigt in diesem Video, wie die Zubereitung der Grundeln aussehen könnte. Wir geben hier einen Daumen nach oben, denn ausreichend Grundeln zu fangen sollte schonmal kein Problem sein.

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