Angelköder

Angelköder

Die Welt der Angelköder ist vielfältig. Grob wird in Kunstköder sowie Naturköder unterschieden. Letztere lassen sich in tierische Naturköder, wie Würmer oder Maden, sowie weitgehend pflanzliche Köder, wie Partikel, Brot Teig oder Boilies und Pellets unterteilen. Kunstköder sind in sehr vielen Varianten und für alle erdenklichen Angelarten und Gewässersituationen erhältlich. Sie werden aus Holz, Plastik oder Gummi gefertigt und können von wenigen Cent bis hin zu mehreren hundert Euro kosten. Manche Kunstköder sind detailgetreue Nachbildungen von Fischen und wahre Kunstwerke, währen andere nur durch gewisse Reize trumpfen und mit natürlicher Beute wenig zu tun haben. Auch Kunstköder zum Friedfischangeln sind erhältlich. Diese imitieren Partikel wie Mais oder Naturköder wie Würmer oder Maden und funktionieren richtig montiert ebenfalls sehr gut.

Gummiköder

Gummiköder, auch als Softbaits bezeichnet, sind Angelköder auf Kunststoffbasis mit einer weichen, flexiblen Gummitextur. Sie wurden entwickelt, um Fische oder andere natürliche aquatische Nahrungsquellen möglichst detailgetreu zu imitieren. Die realistische Beschaffenheit und Vielseitigkeit im Einsatz machen sie zu einem wichtigen Bestandteil einer modernen Angelausrüstung zum Spinnfischen. Gummiköder sind in einer großen Auswahl an Farben, Größen und vor allem Formen erhältlich.

Die große Auswahl ermöglicht die Anwendung in vielen Situationen und bei verschiedenen Techniken. Die ursprüngliche und immer noch sehr häufige Präsentation von Gummiködern ist die am sogenannten Jigkopf. Aber auch am Cheburashka Rig, bei Drop Shotten und anderen Finesse Rigs wie Texas- oder Carolina-Rig oder gar weightless oder wacky – die Präsentationsvarianten sind endlos. Die spezialisierten Techniken und Rigs dienen dem Angeln auf bestimmte Fischarten oder an bestimmten Gewässern. Auch Hybridköder mit einer vorderen Hälfte aus Hartplastik und einem Schwanz aus Gummi sind heute weit verbreitet. Je größer die Gummiköder, desto eher werden sie mit einem sogenannten Stinger, einem Zusatzdrilling, montiert. Die Industrie bringt mittlerweile auch Gummiköder aus organisch abbaubaren Kunststoffen auf den Markt.

Wobbler

Wobbler sind beliebte Angelköder. Wobbler sind in vielen verschiedenen Varianten erhältlich. Dazu zählen beispielsweise Crankbaits, Twitchbaits, Jerks und Swimbaits. Zudem sind Wobbler in Flachläufer und Tiefläufer unterteilt, was von der Größe und dem Winkel der Tauchschaufel sowie dem Auftrieb des Köders abhängt.

Crankbaits sind bauchige Wobbler, die viel Aktion machen und die Aufmerksamkeit der Fische auf sich ziehen. Twitchbaits hingegen sind schlanke Köder, die Futterfische wie kleine Rotaugen und Barsche oder Lauben in ihrem natürlichen Verhalten imitieren und vom Lauf her sehr natürlich wirken. Jerks haben keine Tauschaufel und ein ausgeprägtes Links-Rechts Muster im Laufverhalten, worauf vor allem Hechte stehen. Swimbaits sind ebenfalls hervorragende Hechtköder und imitieren größerer Beutefische im Aussehen und Laufverhalten möglichst natürlich. Sie sind oft auch aus Gummi oder Hybride aus mehreren Materialien.

Oberflächenköder

Stickbaits und Popper sind Oberflächenköder. Stickbaits sind schlank und werden im Zick Zack über die Wasseroberfläche geführt, Popper hingegen werden durch Schläge animiert, durch die typische Popp Geräusche durch Wasserverdrängung entstehen und auffällige Signale an die Unterwasserwelt senden. Daneben können auch weightless geriggte Gummifische an der Oberfläche gefischt werden.

Spinnköder

Die Bezeichnung Spinner bezieht sich auf Angelköder, die ein metallisches Blatt haben, das sich bei gleichmäßiger Bewegung um den zentralen Draht des Köders dreht. Dadurch entstehen Unterwasser Vibrationen und optische Reize, welche die Sinne der Räuber ansprechen. In klarem Wasser sehen die Fische das Blinken, im trüben Wasser spüren sie die Vibration mit ihrer Seitenlinie. Spinner sind relativ einfach zu handhaben, da sie nach dem Wurf nur in der passenden Tiefe eingeleiert werden müssen. Der Biss erfolgt auf Zug, was das Haken des Fisches vereinfacht. Die Einteilung der Spinnergrößen erfolgt nach der Größe der Spinnerblätter und reicht von 0 bis in extremen Fällen 10, also sehr großen Spinnerblättern. Auch sorgen unterschiedliche Blattformen für variierendes Rotationsverhalten. Es gibt zudem unzählige Blattfarben und Farbkombinationen für Spinner. Die gängigsten sind Silber, Gold und Kupfer, die Raubfische in klarem und trüben Wasser gut wahrnehmen können. Lackierte Blätter blinken weniger, erzeugen aber mehr Kontrast unter Wasser. Sie können in manchen Situationen besonders effektiv sein. Mit Spinnern lassen sich alle Raubfische fangen.

Neben klassischen Spinnern, gibt es auch weitere Köder mit rotierenden Spinnerblättern. Dazu zählen Spinnerbaits und auch Jigspinner. Eine in Europa geringe Rolle spielen sogenannte Buzz Baits. Spinnerbaits haben die Form einer offenen Sicherheitsnadel. Am unteren Arm befindet sich der Haken, falls erforderlich mit Blei, und am oberen Arm eine mit einem Wirbel befestigtes Spinnerblatt. Einige Modelle haben auch mehrere Blätter. Jigspinner sind kleine, eher bauchig-runde Fischimitate aus Blei oder anderen Gewichten mit drei Ösen an denen Vorfach, Haken und Spinnerblatt befestigt werden. Diese Köder können deutlich tiefer und schneller gefischt werden als herkömmliche Spinner und gelten als Top Such-Köder für Barsche. Buzzbaits ähneln einem normalen Spinner, sind aber speziell für das Fischen an der Oberfläche entwickelt worden und verfügen über einen rotierenden Propeller.

Kunstköder zum Friedfischangeln

Auch beim Friedfischangeln kommen künstliche Angelköder zum Einsatz. Künstliche Maden, Würmer oder Partikel, gleichen den Originalen und können teils auch geflavourt werden. Der Vorteil dieser Angelköder besteht darin, dass sie unzerstörbar sind und somit lange und effektiv am Spot liegen. Das um den Hakenköder verteilte, echtes Futter sorgt dafür, dass die Fische die Kunstköder oft bedenkenlos nehmen. Durch passende Selbsthakmontagen werden die Fische dan schnell gehakt.

Naturköder

Als Naturköder bezeichnen Angler tierische Angelköder wie Würmer, Maden und Bienenmaden, aber auch Köderfische sowie Fetzen.

Würmer und Maden sind tolle Köder, kann man mit ihnen doch nahezu alle Fischarten fangen. Die Selektivität ist dabei natürlich eingegrenzt und kann allenfalls durch die Größe des Naturköders beeinflusst werden. Würmer eignen sich besonders für größere Friedfische, Aale, Welse, Forellen und Karpfen. Maden hingegen kommen für kleinere Weißfische, Barben und Forellen in Frage. Würmer und Maden sind Lebewesen und auch wenn wir Angler sie als Köder benutzen, sollten wir ihnen bis dahin möglichst gute Bedingungen bieten. Die Köderboxen sollten also stets kühl gehalten werden und bei längerer Lagerung gelegentlich ausgemistet werden.

Köderfische kommen ausschließlich beim Raubfischangeln zum Einsatz. Sie können beim Ansitzangeln stationär oder driftend präsentiert und an verschiedenen Systemen aktiv gezupft, geleiert oder geschleppt werden. Klassische Zielfische beim Angeln mit Köderfisch sind Hechte, Zander, Barsche und Welse, aber auch Aale und Quappen. Beim Ansitzangeln auf Aal, Zander oder Quappe angelt man auch oft mit Fischfetzen und auch aktiv geführte Fetzen können nachweislich Fisch bringen. Häufig ist die Nutzung bestimmter Arten als Köderfisch vorgeschrieben. Meist müssen diese auch aus dem Gewässer stammen, aus dem sie kommen. Tiefgefrorene Köderfische können aber häufig eingesetzt werden.

Boilies

Boilies sind gekochte, proteinreiche Teigkugeln. Diese recht harten und resistenten Köder wurden zum Karpfenangeln entwickelt, um den Köder recht lange und damit selektiv anbieten zu können. Kleinere Weißfische können diesen Köder nicht aufnehmen und auch kaum zerstören. Somit bleibt er lange liegen, um letztendlich vom Karpfen gefunden zu werden. Boilies gibt es in zahlreichen Größen, Farben, Geschmacksrichtungen, Härtegraden und auch Formen. Miniboilies kommen beispielsweise auf Schleien oder Brassen zum Einsatz, Welsboilies auf Waller, die sich teils angewöhnt haben, Boilies zu fressen. Boilies werden meist am Haar gefischt, aber auch sogenannte Spears kommen zum Einsatz. Die Art Montagen ermöglichen den sogenannten Selbsthakeffekt gegen das Bleigewicht.

Partikel

Partikel sind gängige Köder beim Friedfischangeln. Sie dienen als Hakenköder aber vor allem auch zum Anfüttern. Das klassischste Partikel ist der Mais. Ob als Dosenmais oder Hartmais – die meisten Friedfische lassen sich mit den gelben Körnern überlisten. Weiterhin beliebte Hakenköder sind Tigernüsse, aber auch Erbsen, Bohnen, Getreide oder Hanfkörner kommen zum Einsatz, vor allem jedoch als Futterpartikel. Partikel müssen häufig eingeweicht oder gekocht werden, bevor sie verwendet werden, da sie sonst zu hart, weniger attraktiv und schlecht verdaulich sind.

Pellets

Pellets sind Angelköder, die vor allem auf Teichfische zum Einsatz kommen. Pellets sind das klassische Fischfutter in Fischzuchten und Besatzfische kennen die kleinen meist braunen Presslinge gut. Da Pellets nicht direkt angeködert werden, gibt es sie mit Loch oder sie müssen mit sogenannten Pellet Bands am Haken montiert werden. Pellets werden ebenfalls häufig zum Anfüttern eingesetzt, lösen sie sich doch langsam auf und entwickeln ihr Lockwirkung über die Zeit. Wer Pellets als Hakenköder verwendet, muss dies ebenfalls beachten und regelmäßig den Köder kontrollieren.

Teig und Brot

Teig und Brot sind neben Naturködern die Angelköder Klassiker. Früher waren sie die einzigen Köder, die Angler sicher zur Verfügung hatten. Beide Köder fangen hervorragend Friedfische, lassen sich jedoch nicht ganz leicht am Haken befestigen. Auch die Haltbarkeit ist begrenzt – die Lockwirkung hingegen groß zumal Teige unterschiedlich geflavourt werden können. Gerade Oberflächenangeln mit Schwimmbrot auf Karpfen ist so spannend, das es jeder mal ausprobieren sollte.

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