Aal Aktien: Ein Investment für die Zukunft

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Aale sind faszinierende Wanderfische und als schmackhafte Mahlzeit bei Fischern und Anglern gleichermaßen begehrt. Jedoch schwinden die Aalbestände besorgniserregend, was den Schutz der Schlängler immer dringlicher macht. Was die Aalaktie damit zu tun hat und wie sie den Bestand des Aals fördern kann, erfährst Du hier. 

Lebenszyklus des Aals

Der Aal hat schon viele Wissenschaftler in seinen Bann gezogen: Auch wenn Sie in unseren Gewässern vorkommen, liegt ihr Laichgebiet vor der amerikanischen Küste. Nach einer langen Reise von der Sargassosee  gelangen die jungen Glasaale über den Golfstrom zu den Küsten Europas. Hier steigen sie die Flüsse hinauf ins Landesinnere, wo sie mehrere Jahre abwachsen, um erneut als Blankaal in ihr Laichgebiet zu wandern. Auch wenn die Aale dort sterben, wird Ihre Brut wird den Zyklus von neuem beginnen.

Aalschwund und Schutzmaßnahmen

Verglichen mit den 70er Jahren kommen heute an den europäischen Küsten nur noch wenige Jungaalen an. Deshalb hat die europäische Union bereits 2007 wichtige Maßnahmen zum Schutz der Aale beschlossen und 2008 die EU Aalverordnung beschlossen. Auch Naturschutzvereine und Angelverbände haben als Folge viele hilfreiche und augenöffnende Maßnahmen zum Bestandsschutz des Aales eingeleitet. 

Der Rückgang der Aale bereitet Naturschützern, Fischern und Anglern große Sorgen. Ihre Lebensweise ist so komplex, dass eine Ursachenforschung und Schutzmaßnahmen nur schwer durchzuführen sind. Zudem können Aale noch nicht in Aquakulturen erbrütet werden. Hinzu kommt, dass Aale vor dem Abwandern etwa 10 – 15 Jahre. Schutzmaßnahmen müssen also über einen langen Zeitraum geplant und begleitet werden, um eine Wirkung zu erzielen und zu ihre Wirksamkeit bewerten zu können.

Aalaktien: Ein Investment in den Artenschutz

Seit 2012 vergibt der Landesfischereiverband Baden-Wüttemberg Aal-Aktien, um den Bestand der Aale zu schützen und das Bewußtsein für den Aalschutz zu fördern. Wer jetzt gedacht hat, es würde sich um eine Kapitalanlage handeln, der hat sich geirrt. Denn die Aktie wird nicht an der Börse gehandelt. Vielmehr ist die Aalaktie eine Spende aber die Bezeichnung als Aalaktie verfehlt ihren Zweck nicht, Aufmerksamkeit zu erregen. Das eingenommene Geld wird dabei für den Aalbesatz in ganz Baden-Wüttemberg verwendet. Im Jahre 2014 wurde der gesamte Verkaufserlös beispielsweise für den Aalbesatz im Rhein verwendet. Die Dividende kommt wiederum allen Anglern in Form von fangfähigen Aalen zugute, vorausgesetzt natürlich, dass die Besatzmaßnahmen greifen. 

Seit 2016 hat nun auch der “Förderverein zur Erhaltung maritimer Lebensformen und Lebensräume” eine Aal-Aktie für Schleswig-Holstein ins Leben gerufen und fördert damit den Aalbesatz in der Schlei. Diese Programme werden auch vom Bund unterstützt. Die Aalaktie scheint also Schule zu machen und sich langsm über Deutschland auszubreiten.

Aalaktien sind nur der Anfang

Der Aalbesatz ist leider nur der Anfang einer lang andauernden Kaskade von Ereignissen an deren Ende dann hoffentlich mehr Glaasaale in unsere Gewässer zurückkehren. Damit die Aale in unseren Gewässern 10 – 15 Jahre überleben und ausreichend Energie für Ihre Wanderung sammeln können, sollte auch ihre Entnahme eingeschränkt werden. Zu viele Aale landen gleich im Räucherofen, ohne das Meer zu sehen. Im Umsetzungsbericht der EU zu den EU Aalbewirtschaftungsplänen von 2018 heißt es: “Eine weitere Einschränkung der Aalfischerei würde zu einer erheblichen Verunsicherung der fischereilichen Akteure führen”. Schließlich sind die Fischer von jeher auf den Aal als Brotfisch angewiesen und auch Angler sehr darauf erpicht. Zudem sind auch die finanzielle Mittel für den Besatz langfristig nicht geklärt. Projekte wie die Aal-Aktie sind dabei ein guter Lösungsansatz, um langfristig den Aalbesatz finanzieren zu können. Hier dürfte es in Zukunft hoffentlich noch weitere Nachahmer geben. Wir sind gespannt.

Weltweite Aalaktien ?

Das Leben der Aale und Ihre Nachfrage ist zu komplex, dass übliche Schutzmaßnahmen, wie Schonzeiten und Mindestmaße, Erfolgreich sein könnten. Zudem ist das Wanderverhalten Grenzübergreifend sodass bei den Schutzmaßnahmen für Aale eine Globale Lösung nötig wäre. Die EU-Verordnung hat einen Europaweiten Ansatz, übergibt aber das Zepter wiederum den Ländern und Bundesländern. Wäre eine EU weite oder sogar Weltweite Aal-Aktie nicht die bessere Lösung? Was bringt der Aalbesatz, wenn Fischer und Angler dann doch weiterhin die Aale vor ihrer Laichwanderung fangen und entnehmen? Sind an dieser Stelle nicht grenzübergreifende Maßnahmen gefragt, die auch den illegalen Fang von Glasaalen vor den Küsten einbeziehen? 

Wir sind gespannt wie sich die Aktie weiter entwickelt und vor allem auf die Dividende. Aber eines steht fest: Eine weltweite Aalaktie scheint unumgänglich, denn der Kursgewinn kommt allen zugute.

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