Ultra Light Angeln auf Forellen mit Spoons

Methoden des Forellenangelns

Schöne Lachsforelle von Klaus Illmer

Spoon-Angeln auf Forelle, Teil 1: Rute, Rolle und Schnur

In dieser Serie möchte ich Euch die vielfältigen Möglichkeiten des Forellenfischens vorstellen. Die Regenbogenforelle ist sicher nicht der Fisch der tausend Würfe, wie ihrer entfernten Verwandten, der Meerforelle, so häufig nachgesagt wird. Vielmehr bezeichne ich sie als Fisch der tausend Möglichkeiten und meine damit, dass man diese kampfstarken Salmoniden auf unterschiedlichste Arten und Weisen befischen kann und alle diese Methoden Ihre Berechtigung haben.

Es gibt also nicht DIE Methode, die immer am Erfolgreichsten ist. Viele verschiedene Faktoren wie Wassertemperatur, Luftdruck, Jahreszeit, Gewässergröße und -tiefe sind für den Fangerfolg maßgebend. Weiterhin bedeutsam ist, in welcher Gewässerschicht sich die Fische aufhalten und wie es mit deren Kondition aussieht. Entsprechend reicht das Spektrum der Methoden von eher stationären Montagen – wie auftreibendes Fischen vom Grund mit Vorfächern, die manchmal bis zu 12 Meter lang sein müssen – oder Pilotmontagen, bis hin zu den modernen Methoden des Forellenangelns.

Hier reicht unser Augenmerk von Tremarella, über das Schleppfischen, bis hin zum ultraleichten Forellenangeln mit Spoons, Blinkern, Gummis und Miniwobblern. Dazu kommen die vielfältigen Methoden des Fliegenfischens oder ausgeklügelte Durchlaufblinker-Montagen. All diese Möglichkeiten führe ich in meinem Repertoire und werde darüber schreiben. Wichtig für mich ist, Euch dafür sensibilisieren, Euch NICHT auf eine Methode festzulegen. Jede der von mir in den nächsten Monaten vorgestellten Arten des Forellenfischens ist zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Gewässer, das Maß aller Dinge. Der erfolgreiche Forellenangler bedient sich in diesem, gesamten Spektrum, denn jede dieser Methoden ist ein weiterer Pfeil im Köcher zum Erfolg. Im Folgenden behandeln wir erstmal das Spoon-Angeln auf Forelle und zwar die Grundlagen also Rute, Rolle und Schnur.

Die Rute

Zum Spoon-Angeln fische ich in aller Regel Ruten mit einer Länge von bis zu zwei Metern mit einem Wurfgewicht zwischen 0,5 und 5 Gramm. Das angegebene Wurfgewicht besagt keinesfalls, dass die Rute bei der Verwendung schwererer Köder bricht. Vielmehr ist die Aufladung des Rutenblanks optimal, wenn ich Köder in der angegebenen Wurfgewichtsklasse fische. Ein Beispiel: Meine ultraleichte Spinnrute weist ein Wurfgewicht auf, welches mit 0,5 Gramm bis 2,5 Gramm angegeben wird. Verwende ich beispielsweise Spoons von zwei Gramm, kann ich mir sicher sein, dass sich die Rute beim Auswerfen ideal auflädt und ich damit die perfekte Wurfweite erreiche. Diese kann unter Verwendung von dünner, geflochtener Schnur, die sauber und etwas übervoll auf die Spule gewickelt wurde, bei solchen Ködern Wurfweiten bis zu sagenhaften 40 Metern erzielen.

Je höher der Kohlefaseranteil der Rute ist, desto schneller ist das Rückstellvermögen des Blanks. Allerdings steigt mit höherem Kohlefaseranteil auch der Preis solcher Ruten. Aus meiner Erfahrung heraus gibt es Ruten für knapp 50 €, die für diese, feinste aller Angelmethoden geeignet sind. Nach oben hin sind – wie immer – natürlich keine Grenzen gesetzt. Ihr solltet aber darauf achten, dass die Ruten ein Gewicht von 100 Gramm nicht überschreiten und mit der zu verwendenden Rolle vernünftig ausbalanciert sind, da das stundenlange Fischen damit ansonsten sehr schnell ermüdend wird.

Die Rolle

Die Rolle beim Forellenangeln mit Spoons oder anderen Spinnködern sollte demnach auch nicht allzu schwer sein und – wie oben bereits ausgeführt – der Rute zu einer gut ausbalancierten Gesamt-Performance verhelfen. Was ist ansonsten zur Rolle zu sagen? Sie muss eine saubere Schnurwicklung und eine feine Bremseinstellung gewährleisten. Das schaffen gut 80 Prozent aller am Markt erhältlichen Rollen. Weitere, besondere Anforderungen muss eine Rolle beim Angeln auf Forellen nicht erfüllen, es sei denn, dass Ihr eine geflochtene Schnur verwenden möchtet. Mit Geflecht bespult verfügen nicht alle Rollen über eine gute Performance!

Die Schnur

Da wären wir dann auch schon bei der Schnur: Monofil oder Geflecht? Das ist eine Frage, die jeder von Euch selbst beantworten muss. Ich kenne Angler, die schwören auf Geflecht. Andere kommen besser mit Monofil klar. Monofile Schnur verfügt über Dehnung und die wiederum ist beim Salmonidenangeln durchaus wichtig. Geflechtschnüre sorgen für höhere Wurfweiten, was an großen Seen wichtig ist, wenn die Fische weit draußen stehen.

Wenn Ihr Euch für Geflechtschnüre entscheidet, ist es jedoch von entscheidender Bedeutung, dass Ihr mindestens einen Meter Fluocarbonschnur oder unauffällige Mono mittels eines Albright- oder doppelten Grinner-Knotens vor das Geflecht schaltet. Die Forelle ist ein Sichträuber und den Köder direkt an der geflochtenen Schnur zu präsentieren sorgt für leere Kühlboxen. Zudem verschafft Euch eine weiche Fluocarbonschnur dann die im Drill dringend benötigte Dehnung. Ansonsten besteht ständig die Gefahr, dass der Fisch im Drill ausschlitzt. Viele Anfragen an mich lauten: Kann ich mit einem solchen Rütchen auch eine Lachsforelle von 5 Kilogramm landen?

Meine Antwort: Überhaupt kein Problem! Was ihr allerdings beim Ultra Light Angeln auf Lachsforellen beachten müsst, erzähle ich Euch in einem weiteren Teil meiner Reihe. Ich freue mich diesbezüglich auf Eure Fragen im Forum.

In der nächsten Folge werde ich dann auf die verschiedenen Köder eingehen. Bis dahin wünsche Euch wie immer:

All times – tight lines!

Euer Bausi