Karpfenangeln mit Schwimmbrot

...wenn es schlürft und schmatzt an der Oberfläche

Schöner SchuppenkarpfenSchöner Schuppi auf Schwimmbrot

Wenn der Frühling ins Land einkehrt und die ersten warmen Tage Flüsse und Bäche erwärmen, erwacht auch zunehmend wieder das Leben unter Wasser. Kleinere Seen, Dorfteiche oder langsam fließende Bachläufe erwärmen sich dann am schnellsten und machen auch die Karpfen wieder hungrig. Meine Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass auch im kleinsten Tümpel ordentliche Karpfenkracher ein Zuhause haben.

Parkgewässer zum Oberflächenangeln

Weil ich in den letzten Jahren nicht mehr so viel Zeit für das Karpfenangeln mit langen Ansitzen und der umfangreichen Vorbereitung hatte, versuche ich die faszinierenden und kampfstarken Rüssler mit einfachen und unkomplizierten Methoden zu fangen. Die wohl einfachste Methode für einen schnellen und erfolgreichen Angeltag ist wohl das Schwimmbrotangeln in der warmen Jahreszeit.

Hierfür nutze ich eine leichte Karpfenrute bis 2,5 lbs, eine 4000er Stationärrolle mit 0,30er Schnur und einen angeknoteten Cirlce-Hook in der Größe 6 am Ende der Hauptschnur. Einfacher geht's nicht. Dazu noch etwas Toastbrot aus dem Supermarkt und auf geht's. Natürlich dürfen auch der Kescher und das weitere Zubehör zur Versorgung der Fische nicht fehlen, aber wer den Aufwand des Schwimmbrotangelns mit dem des Boilieangelns vergleicht, wird schnell feststellen, dass deutlich weniger Zubehör notwendig ist. 

Ein weiterer Unterschied zwischen diesen beiden Methoden liegt in der Vorgehensweise. Beim Angeln mit Boilies sucht man sich in der Regel im Vorfeld einen Platz aus und beangelt diesen. Beim Schwimmbrotangeln hingegen ist jedoch Strecke machen und Pirschangeln gefragt. Um Karpfen in Oberflächennähe besser ausmachen zu können, ist, neben einer Polbrille, folgender Trick hilfreich: Man nimmt ein Toastbrot, zerreißt dieses in kleine Stücke und wirft diese ins Wasser. Oft kommen die Fische dann zum Fressen an die Oberfläche, vor allem dann, wenn es Gewässer sind, an denen häufig Enten oder andere Wasservögel mit Brot etc. gefüttert werden.

Brotflocke zum Schwimmbrotangeln

An kleineren Flüssen kann man sich stromauf stellen und die Brotstücke hinunter treiben lassen. Erkennt man schließlich Aktivität, lässt man seinen Köder hinterher schwimmen. Das Spannende an dieser Angelei ist vor allem, dass man die Bisse sieht. Dann heißt es "Ruhe bewahren", denn erfolgt der Anhieb zu früh, ziehen wir dem Fisch das Brot aus dem Maul. Strafft sich die Schnur nach dem Einsaugen ein wenig, sollte der Anhieb erfolgen. Nach einiger Zeit oder auch nach Fehlbissen sollte das Brot gewechselt werden. Häufiges Auswerfen halten die Toaststücke ohnehin nicht aus – ein Grund, warum man im Vorfeld für einen guten Vorrat sorgen sollte.

Besonders gute Stellen sind Flachwasserbereiche mit Pflanzenbewuchs und Unterständen. Außerdem sind einige Spots bereits gut vorgefüttert – meistens Dank älterer Menschen, die Enten und andere Wasservögel mit altem Brot füttern.

Geht nach einiger Zeit an einer Stelle nichts, sucht man sich einfach einen neuen Angelplatz – ähnlich wie beim Spinnfischen. Wer also nach einer abwechslungsreichen und aktiven Alternative für den erfolgreichen Karpfenfang sucht, ist mit dem Schwimmbrotangeln gut bedient. Und nicht nur Karpfen lassen sich so überlisten. Auch Döbel und Alande sind häufige Abnehmer.

Schwimmbrotangeln auf Karpfen – spannender und abwechlsungreicher geht es nicht. Und das ohne großen Aufwand.