Das ABC des Hornhechtangelns

Angeln auf Hornhecht leicht gemacht

Schöner Hornhecht von Julia

Der Silberpfeil, der kleine Tarpon an unseren Küsten oder auch Hornfisch genannt, sind Bezeichnungen, die den Hornhecht in seinem Aussehen und Verhalten nahezu perfekt beschreiben. Er ist ein langer, schlanker Fisch im glänzend silbernen Schuppenkleid, mit einem dynamischen Schwimmverhalten und mit einem schnabelähnlichen Maul ausgestattet, das mit unzähligen Zähnen bestückt ist.

Laichgäste im Frühjahr

Nicht nur in der deutschen Küche ist der Hornhecht schon längst als Speisefisch und deshalb auch als interessanter Fisch für Angler bekannt. Jedes Jahr, wenn der Raps an der Küste blüht – so heißt es im Volksmund – zieht er für uns Uferangler in greifbare Nähe. Der Mai gilt als großer Laichmonat. An Seegras, Steinen und anderen Wasserpflanzen legt das Weibchen seine Eier ab. Nach dem Laichgeschäft sind diese flinken Schwimmer mächtig hungrig und leicht zu überlisten.

Bedingungen zum Hornhechtangeln

ABER nicht immer fällt es den erfahrenen Angler leicht, einen dieser Hornfische zu landen. Raue See, getrübtes Wasser und Wind, der den Angler beim Auswerfen behindert, sind keine optimalen Bedingungen und bestenfalls zu vermeiden. Nicht ganz außer acht lassende Voraussetzungen, um ihnen erfolgreich nachstellen zu können, sind eine glatte Wasseroberfläche und Sonnenschein. Die Silberpfeile sind Fische, die sich bevorzugt in Schwärmen unterhalb der Meeresoberfläche aufhalten, um dort zu jagen. Mit seinen Augen ist er ein hervorragender Räuber und stürzt sich vor allem auf Sandaale, junge Heringe, Sardinen und Sardellen. Aus diesem Grund eignen sich Köder, die der eigentlichen Beute ähneln – lang, schlank und glänzend.

Methoden zum Hornhechtangeln

BEKANNTLICH wendet der Angler beim Angeln auf Hornhecht meist zwei unterschiedliche Methoden an. Die eine ist ein schlanker Hornhecht-Blinker oder Küstenwobbler, bestückt mit einem Drilling oder einen künstlichen Hornhecht-Seidenfaden, der über weite Würfe durch das Wasser gekurbelt wird. Bei der anderen Methode handelt es sich um eine Posenmontage, die mit einem Seeringelwurm, Herings- oder sogar Hornhechtfetzen beködert wird und auf ihre fressgierigen Anwärter wartet. Beides sind effektive Hornhecht-Montagen und führen zum Ziel. Allerdings gibt es noch Vielzahl anderer Hornhechtköder und Montagen, um aktiv den Räubern nachzustellen.

Die möglichen Varianten des Hornfischangelns sind vielfältig und jeder Angler wendet seine Art der Angelei an, in die er am meisten Vertrauen schenkt. Ein spezielles Hornhecht Vorfach ist im Grunde genommen nicht erforderlich, allerdings empfielt es sich in Brackwassergebieten mit hohem Hechtvorkommen, wie beispielsweise den Boddengewässern, ein Stahlvorfach einzusetzen. Hornhechte fangen ist also mit einer relativ einfachrn Ausrüstung möglich.

Fang, Landung und Versorgung

CHAOTISCH – so scheint sich der Drill manchmal darzustellen. Der Hornhecht ist ein richtiger Torpedo und während des Kampfes zeigt er seine ganze Kraft und verlangt vom Angler Fingerspitzengefühl. Sprünge aus dem Wasser und heftiges Kopfschütteln – der förmlich vibrierende Körper versucht alles, um sich vom Köder zu lösen. Ist der Fisch bereit, gelandet zu werden, hilft ein beherzter, sanfter Griff um seinen strammen Körper. Scheinbar sicher gelandet gibt der Kampflustige trotzdem nicht sofort auf und versucht sich durch heftige schlängelnde Bewegungen aus den Händen zu lösen.

Hornhecht räuchern und zubereiten

Mit dem Abschlagen und der Anwendung des Kiemenschnitts findet die waidgerechte Tötung des Tieres statt. Gut zubereitet ist er ein leckerer Speisefisch. Markant sind seine grünen Gräten und das feste weiße Fleisch, welches über einen dezenten, feinen Geschmack verfügt.

Ob über Buchenholz geräuchert oder in der Bratpfanne mit Speck gebraten – die köstliche Zubereitung ist leicht gemacht und selbst Anfänger in der Küche haben bei diesem Fisch keine großen Schwierigkeiten, ihn herzurichten. Aufgrund der guten Sichtbarkeit der Gräten machen diese beim Essen auch kaum Probleme, da sie leicht zu entfernen sind.

Gedanken zur Montagenwahl

Doch auch beim Gedanken an den leckeren Gaumenschmaus, sollte stets an den respektvollen Umgang mit dem Tier gedacht werden. Viele Angelmethoden bieten ihre Vor- und Nachteile. Beim Drilling schlitzt der Torpedo schnell mal aus und sucht das Weite. Bei der Montage mit einem künstlichen Seidenfaden, kann es passieren, dass sich der Hornhecht durch die vielen Zähne sehr stark in dem Seidenbündel verfängt und im schlimmsten Fall der Schnabel während des Drills abbricht. Da der Fisch hier verletzt entkommen kann, gilt es diese Methode zumindest zu überdenken.

Maizeit ist Hornfischzeit! Petri Heil!