Der Staffelsee - ein Voralpenidyll

Gewässerreport

Die Seehauser Bucht und die Insel Wörth

Der Staffelsee ist ein eutropher Toteissee im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, dem südlichsten Landkreis Oberbayerns. Mit seinen sieben Inseln stellt er den inselreichsten See im Alpenvorland dar. Das nahegelegene Murnauer Moos ist eines der größten Moorgebiete Deutschlands. Der Untergrund und das Wasser des Staffelsees sind entsprechend moorig. Dies hat allerdings keinen nachteiligen Einfluss auf die Wasserqualität. Dank seiner Ringkanalisation verfügt der Staffelsee somit über sehr sauberes Wasser in Trinkqualität.

Der Loisachgletscher formte dieses Gewässer in der Würmeiszeit. Aufgrund der geschützten Lage und der dadurch bedingten geringen Ausschürfung durch den Gletscher weist der Staffelsee eine Tiefe von nur knapp 40 Meter auf. Im Vergleich zu anderen, größeren Seen im Alpenvorland ist der Staffelsee somit recht flach.

Der See wird in drei Bereiche untergliedert. Den Blick auf den nördlich gelegenen Untersee und die dahinterliegende Alpenkulisse kann man am besten vom Uffinger Biergarten aus genießen. Im Untersee liegen die Inseln Buchau, Gradeneiland und Mühlwörth.

Der Obersee liegt im Südwesten und beherbergt die beiden Inseln Große Birke und Kleine Birke. Hier hat die in den Obersee mündende Ach ein großes Delta geschaffen. Das gesamte Feuchtgebiet steht unter Naturschutz. Zur Achmündung muss demnach ein Abstand von 100 Metern eingehalten werden. Dies gilt ebenfalls für den Ach-Abfluss. Auch die beiden links und rechts der Achmündung befindlichen Buchten sind vom Landratsamt Garmisch-Partenkirchen als Naturschutzgebiete ausgewiesen und dürfen nicht befischt oder befahren werden.

Beim Steg, oder Stegsee genannt, handelt es sich um den südöstlichen Teil des Staffelsees. Hier befindet sich die Seehauser und auch die Murnauer Bucht, welche durch die Halbinsel Burg voneinander getrennt werden. In der Seehauser Bucht ist die Fischerei nicht gestattet. Das befahren ist nur zum Einlassen der Boote gestattet. Im Stegsee befinden sich die große, sogar bewohnte Insel Wörth mit der Simpertkapelle und das kleine Inselchen St. Jakob.

Angeln ist von Mitte Mai bis Mitte Oktober täglich von 8 bis 19 Uhr möglich, im Oktober sogar nur bis 17 Uhr. Zum Schutz der diversen Vogelarten, die den See saisonal bevölkern, ist das Befahren mit Motorbooten nicht erlaubt. Ruderboote hingegen können benutzt und zu vernünftigen Preisen gemietet werden. Eigene Boote dürfen kostenfrei eingesetzt werden. Uferangeln ist natürlich auch möglich. Die Fischereierlaubnisscheine sind am Bootsverleih in Seehausen und in den umliegenden Angelgeschäften erhältlich.

Am See können drei verschiedene Angelkarten - zum Schleppangeln, zum Wurmangeln und zum Fischen mit der Hegene - erworben werden. Es ist jeweils immer nur eine Angelrute gestattet. Die Schlepp- oder Wurfangelkarte berechtigt zum Fischen mit handelsüblichen Blinker, Spinnern oder Gummifischen und schließt die Wurmangel mit ein. Die Nutzung von Köderfischen ist verboten. Mit der Wurmangelkarte alleine darf mit Würmern, Brot oder Käse als Köder gefischt werden. Die dritte Angelkarte berechtigt zum Hegenefischen auf Renken vom Boot aus.

Der Staffelsee mit seinen großen Uferregionen und Flachwasserbereichen ist ein typischer Hecht-Schlei-See. Ufernah lassen sich gute Stückzahlen an Hechten fangen. Das Schonmaß für Hechte liegt bei 60 Zentimetern. Die ganz großen Räuber finden sich jedoch eher bei den Renkenschwärmen im Freiwasser des Untersees.

Die Größe von Hechten im Staffelsee ist beeindruckend. Kapitale Fische werden regelmäßig überlistet. Meterfische sind keine Seltenheit. Im Jahr werden mehrere 20-Pfünder gefangen. Auch 30-Pfünder sind möglich. Bevorzugte Fangmethode ist das Schleppfischen. Die Verwendung von Sideplanern beim Schleppen ist jedoch verboten. Zu Beginn der Saison sollte man es aber auch im Flachwasser mit Jerks und flachlaufenden Ködern versuchen.

Um interessante Gewässerstrukturen zu finden müssen ambitionierte Angler die Lotrute auspacken, da Echolote nicht gestattet sind.

Auch Barsch- und Zanderangeln im Staffelsee ist beliebt. Besonders der Einlauf der Ach ist hierfür interessant, wobei der nötige Abstand zum Naturschutzgebiet eingehalten werden muss. Aufgrund der Wassertrübung sind auffällige Köder auf jeden Fall einen Versuch wert. Auch an den zahlreichen steilen Kanten vor den Inseln und Plateaus oder beim Schleppen im Freiwasser können die Stachelritter überlistet werden. Seit einiger Zeit dürfen sogar wieder Köder unter 15 Zentimetern genutzt werden, was die Chancen auf Barsch und Zander deutlich erhöht. Zu beachten ist die bis zum 1. Juni reichende Zanderschonzeit.

Ansitzangler können auf gute Karpfen, Aale und Weißfische hoffen. Besonders Rotfedern erreichen im Staffelsee beachtliche Größen und lassen sich am Schilfgürtel mit Mais beangeln. Die Fangbegrenzung ist für Aale, Hechte und Zander auf insgesamt maximal 2 Stück, Renken auf fünf Stück begrenzt. Bei Erreichen der erlaubten Fangmenge ist das Fischen einzustellen.

Alle Infos kurz und knapp:

Gewässerbewirtschaftung: Fischereigenossenschaft Seehausen

Rudertagesboot für Angler: 15 € pro Tag
Saison: Mitte Mai bis Mitte Oktober
Angeltzeiten: 8:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Wurmangel: Tag 6,5 €, Woche 15,50 €, Monat 36 €, Saison 115 €
Schleppangel: Tag 14 €, Woche 33,50 €, Monat 82 €, Saison 235 €
Hegene: Tag 6,5 €

Regelungen: Sideplaner und Echolote sind nicht erlaubt

Angelscheine und gesetzliche Bestimmungen zum Fischfang im Staffelsee bei:
Angelgeräte Egner, 82386 Huglfing, Telefon: 08802 / 1332,
Fischereigenossenschaft Seehausen, Telefon: 08841 / 5075,
Tourist Information Murnau: Telefon: 08841 / 6141-11, E-Mail: verkehrsamt@murnau.de