Fisch und Meeresfrüchte in der Schwangerschaft

Was werdende Mütter wissen sollten

Fisch ist gesund und sollte regelmäßig auf dem Teller landen. Unter anderem liefert er wertvolle essenzielle Aminosäuren, die der menschliche Körper nicht selbstständig herstellen kann, aber für die Gesundheit benötigt. Omega-3-Fettsäuren, Vitamine und Mineralstoffe fördern die Funktionalität diverser Körperfunktionen und das Fischfett tut Gehirn, Immunsystem und Herz gut. Auch Meeresfrüchte sind reich an Vitalstoffen. Während der Schwangerschaft müssen jedoch einige Faktoren beachtet werden.

Fischgenuss auch für künftige Mamas empfehlenswert

Keine Schwangere muss auf Fisch und Meeresfrüchte verzichten. Im Gegenteil: Der regelmäßige Verzehr ist sogar ratsam. 300 bis 400 Gramm pro Woche aufgeteilt auf zwei Portionen, sind empfehlenswert. Fettreiche Fische sind besonders gesund. Dazu zählen:

  • Hering
  • Lachs
  • Sardinen
  • Makrele

Auch Karpfen und Forellen dürfen auf dem Speiseplan stehen. Die enthaltenen Omega-3-Fettsäuren von Fisch begünstigen beispielsweise die Entwicklung des Nervensystems des ungeborenen Kindes.

Ebenfalls ohne schlechtes Gewissen genießen, können Schwangere Fisch aus der Konserve wie beispielsweise eingelegte Makrelen oder Fisch mit Tomatensauce. Es muss jedoch gewährleistet sein, dass der Inhalt beim Verarbeiten ausreichend erhitzt wurde.

Grundsätzlich gilt: Frischer Fisch, der gut durchgegart, gründlich gegrillt oder gekocht wurde, stellt für Schwangere kein Problem dar.

Was Schwangere meiden sollten

Ein übermäßiger Fischverzehr kann jedoch negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Das gilt sowohl für werdende Mütter als auch den Nachwuchs. Ein Thema ist die erhöhte Quecksilber-Belastung in Fisch. Die Grenzwerte, die von der EU festgelegt wurden, werden vielerorts deutlich überschritten. Bei den Meeresfischen betrifft es besonders Thunfisch, Schwertfisch und Heilbutt, aber auch die beiden Raubfische Marlin und Hai.

Das Quecksilber gelangt unter anderem über die Kohleverbrennung und Goldgewinnung in Meere, Flüsse und Seen. Da sich das chemische Element über die Atmosphäre verteilt, lässt sich die Belastung nicht eingrenzen. Aus diesem Grund ist es wichtig den Fischkonsum sinnvoll zu begrenzen. „Bei mehr als 100 Gramm täglich, steigt die Gefahr einer Quecksilbervergiftung an, die schwerwiegende Folgen für Sie und Ihr Kind hat“, so der Rat unter www.babyzimmer.de, einem Informationsportal für Schwangere und Familien mit Kindern. Das Verbrauchermagazin hat ergänzend ein Video zu einer Sendung des 3sat integriert, indem die Quecksilber-Belastung thematisiert wurde und weist auf alternative Nährstofflieferanten hin.

Neben Quecksilber gehören polychlorierte Biphenyle, kurz PCB, zu den riskanten Schadstoffen. In erster Linie sind Fische aus Seen und Flüssen damit belastet. Salzwasserfische wie Dorsch, Scholle, Barsch oder Seezunge sind dahingehend die bessere Wahl.

Generell sind folgende Zutaten für Schwangere tabu:

rohe Meeresfrüchte und roher Fisch

Können gefährliche Krankheitserreger für Listeriose oder Toxoplasmose enthalten. Sushi darf in der Schwangerschaft nicht verzehrt werden. Auch Fischbrötchen werden besser gemieden.

Räucherfisch

Ob kalt- oder heißgeräuchert: Schwangere sollten keinen geräucherten Fisch essen. Die Infektionsgefahr für Listerien ist zu groß.

vakuumverpackter Fisch

Listerien überleben auch ohne Sauerstoff, weshalb ein Vakuum kein Garant für risikolosen Verzehr ist.

Salzlake

Fisch in Salzlake beziehungsweise gesalzener Fisch wird oft nicht gegart.

Eingelegtes

Nicht jeder eingelegte Fisch, wurde ausreichend erhitzt, was für Schwangere und ihr Ungeborenes eine Gesundheitsgefahr darstellt.

Das Bundesministerium für Ernährung rät Schwangeren sowie stillenden Frauen unter www.bzfe.de vorsorglich bestimmte Fischarten wegzulassen: „Dazu zählen Tunfisch, Schwertfisch, Haifisch, Heilbutt, Schwertfisch, Aal, Hecht, Steinbeißer und Seeteufel.“ Hering, Lachs, Seelachs, Karpfen, Forelle und Makrele seien „unbedenklich“. Angler, die für schwangere Frauen Fisch fangen, sollten diese Empfehlungen kennen.

Tipps zur Zubereitung

Um keinerlei Risiko bei der Zubereitung von Meeresfrüchten und Fisch einzugehen, sollte beides auf 70 °C erhitzt werden. Diese Temperaturen überleben Keime nicht. Da sich die Kerntemperatur nicht immer problemlos messen lässt, hier ein paar Tipps:

  • Fisch ist gar, wenn sich das Fleisch mit der Gabel gut zerteilen lässt, undurchsichtig und fest ist.
  • Austern und Muscheln Minimum 10 Minuten kochen. Verschlossene Meeresfrüchte besser entsorgen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie verdorben sind, ist nicht zu unterschätzen.
  • Jakobsmuscheln werden fest und färben sich milchig.
  • Fleisch von Garnelen ist nach dem Garen perlmuttfarbig. Außen werden Garnelen rot.

Fazit

Fisch und Meeresfrüchte liefern wertvolle Vitalstoffe, auf die Schwangere nicht verzichten sollten. Um das gesundheitliche Risiko zu umgehen, dürfen sie aber ausschließlich Zutaten essen, die sorgfältig auf Temperatur gebracht wurden. Rohes, Geräuchertes oder Gesalzenes ist tabu. Unterwegs in Restaurants und Co. ist es wichtig das Angebot an Fisch und Meeresfrüchten kritisch zu prüfen. Sind die Garnelen im Salat, der Fisch im Fischbrötchen oder die Muscheln auf der Pizza tatsächlich frei von riskanten Keimen? Wer unsicher ist, entscheidet sich für eine Alternative Mahlzeit.

Bilder von pixabay.com: moreharmony (Lachs), Bebebeautiful (Makrele)