Ein Eldorado für Angler und Naturliebhaber

Feldberger Seenplatte

Feldberger Seen - Blick auf den Dreetzsee

Kristallklare, tiefe und fischreiche Seen, eingebettet in ein sanfthügelige Landschaft mit Urwäldern, Mooren und idyllischen kleinen Dörfern – das erwartet Besucher der Feldberger Seenlandschaft, die sich nur gut 100 Kilometer nördlich von Berlin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte befindet. Angler finden hier ein breites Serviceangebot vor, das vom gut sortierten Angelshop, über Bootsverleihe, organisierte Angeltouren bis zum Ferienbungalow mit eigenem Bootssteg reicht.

Spuren der jüngsten Eiszeit

Bei der Feldberger Seenlandschaft handelt es sich um eine der jüngsten Endmoränenlandschaften Europas. Die Seen entstanden vor gut 15.000 Jahren durch das Abschmelzen kilometerdicker Eisschichten. Das Gletscherwasser sammelte sich hier in zum Teil tiefen Becken und die End- und Seitenmoränen bildeten natürliche, stabile Dämme.

Gut vorstellen kann man sich die Entstehung, wenn man oben an der Böschung am Nord- oder Westufer des Schmalen Luzins steht und auf den in einer tiefen Schlucht liegenden, klaren See herunter blickt, der hier eine Tiefe von bis zu 40 Meter erreicht. Nicht ganz so spektakulär aber dennoch attraktiv präsentiert sich der benachbarte Breite Luzin mit seinen vielen kleinen Buchten, Inseln und Halbinseln sowie den bewaldeten Uferzonen. Der See ist bis zu 58 Meter tief und damit der dritttiefste See in Norddeutschland. Die beiden Luziner Seen sind die bekanntesten der 69 Seen, die man der Feldberger Seenplatte zurechnet.

Die meisten von ihnen sind sogenannte Sölle. Dabei handelt es sich überwiegend um kleine runde Seen, deren Ursprung – wie fast alle anderen natürlichen Seen in dieser Region auch – auf die letzte Eiszeit zurückgeht. Interessant für Angler sind aber besonders die größeren Seen glazialen Ursprungs.

Neben den schon erwähnten Luziner Seen sind dies der Feldberger Haussee, der Carwitzer See, der Krüselinsee, der Dolgener See, der Wootzensee, der Dreetzsee, der Mellensee und der Große Brückentinsee. Sie alle werden durch Grund- und Regenwasser gespeist und sind in der Mehrzahl nährstoffarm und klar. Glücklicherweise verfügen die Feldberger Seen über einen bemerkenswerten Fischbestand.

Gewässer waren bedroht

Den Seen waren nicht immer in einem so guten Zustand. Ungeklärte Abwässer und hohe Nährstoffeinträge durch die Landwirtschaft zu DDR-Zeiten machten den Seen arg zu schaffen. Einige von ihnen drohten sogar umzukippen. In den 80er Jahren führte die dauerhafte Belastung mit Schadstoffen sogar zur völligen Ausstickung des Tiefenwassers im Schmalen Luzin. In den 90ern konnte der See glücklicherweise im Rahmen eines EXPO-Projektes zusammen mit anderen betroffenen Seen erfolgreich saniert werden.

Einzigartige Fischfauna

Dass es dem Schmalen Luzin heute wieder gut geht, bemerkt man am reichen Vorkommen des Mysis relicta, der auch als Spaltfußkrebschen bekannt ist. Diese Krebsart kommt vor allem in Gewässern mit hohem Sauerstoffgehalt vor und ist charakteristisch für eiszeitlich geprägte tiefe Seen. Sie bieten vor allem Maränen und Barschen eine gute Nahrungsgrundlage. Es ist daher nicht verwunderlich, dass sich genau diese Fischarten im Schmalen Luzien, im Breiten Luzien und im Zansen gut entwickelt haben und zu großen Populationen herangewachsen sind.

Auch die Quappe fühlt sich in diesen Gewässern wohl. Obwohl man sie sonst eher als Bewohnerin großer Fließgewässer kennt, ist diese Dorschartige in fast allen Feldberger Seen zu Hause. Neben Barsch und Quappe spielt schließlich auch der Hecht eine wichtige Rolle unter den Raubfischen. Er fühlt sich vor allem in den Seen wohl, die über ausgeprägte Röhrichtbestände und Wasserpflanzen verfügen, wie etwa dem Carwitzer See oder dem Krüselinsee. Diese Umgebung lieben auch Aale. Vor allem am Carwitzer See wurden in den vergangenen Jahren viele schöne Aale gefangen. Durch regelmäßigen Neubesatz findet man aber auch in fast jedem der Feldberger Seen außerdem Schleien, Karpfen und Zander vor.

Gute Spots für Fried- und Raubfischangler

Je nach Struktur und Beschaffenheit bildet jeder See seine ganz eigene Fischpopulation aus. Als fischreichstes Gewässer gilt der schon erwähnte Carwitzer See. 23 Fischarten wurden hier nachgewiesen. Neben einem reichen Weiß- und Raubfischbestand, kommen auch Schleien und Karpfen zahlreich vor. Wer es im Besonderen auf diese Friedfische abgesehen hat, sollte sein Glück auch mal am Dreetzsee probieren. Er ist bekannt für seinen guten Friedfischbestand.

Durch die großen Weißfischpopulationen in fast jedem der Feldberger Seen, gehen entsprechend auch viele Raubfische auf Beutezug und wachsen in einigen Gewässern zu stattlichen Größen heran, wie etwa im Mellensee und im Großen Brückentinsee, wo Hechte nicht nur Weißfischen sondern auch den hier häufig vorkommenden Kleinen Maränen nachstellen. Übrigens handelt es sich bei den in der Feldberger Seenplatte vorkommenden Kleinen Maränen um eine ganz spezielle Art, die auch nur hier vorkommt. Ihr besonderes Merkmal ist die geringe Größe. Männchen werden maximal 20 Zentimeter lang, Weibchen höchstens 17,5 Zentimeter. In anderen Gewässern wird die Kleine Maräne bis zu 35 Zentimeter lang. Auch im Aussehen gibt es Unterschiede. So besitzen die männlichen Kleinen Maränen der Feldberger Seenplatte ein mittelständiges Maul, während ihre Artverwandten in anderen Gewässern ein oberständiges Maul haben. 

Monsterfische im Feldberger Haussee

Wer es auf Riesenwelse, kapitale Hechte und Aale abgesehen hat, sollte sein Glück am Feldberger Haussee herausfordern. Der See unterlag jahrelang einer erhöhten Nährstoffzufuhr durch landwirtschaftliche Betriebe. Dadurch bildete sich eine hohe Weißfischpopulation aus und aufgrund der vielen Nährstoffe entwickelte sich auch ein starker Algenbestand. Dieser wurde durch die vielen Weißfische, die sich vom algenfressenden Zooplankton ernähren, weiter begünstigt.

Um die Weißfische im Rahmen der sogenannten Biomanipulation zu dezimieren, um damit auch dem Algenbestand entgegenzuwirken, setzte man damals gezielt Raubfische ein, die ihrerseits zu Riesen-Exemplaren heranwuchsen und heute mit rekordverdächtigen Maßen regelmäßig von Anglern aus dem Wasser gezogen werden. Vor allem die Fänge von Monster-Welsen mit einem Gewicht von bis zu 25 Kilogramm und einer Länge von über zwei Metern sorgen für Aufmerksamkeit auch in überregionalen Medien, wie etwa dem FOCUS. Detailliertere Gewässerinfos zu den einzelnen Gewässern der Seenplatte finden sich hier im FHP-Portal.

Angelmethoden, Angelzeiten und Naturschutz

Da Landangelstellen wegen der steilen und zum Teil sehr stark zugewachsenen Uferbereiche an einigen Seen Mangelware sind, ist Bootsangeln zu empfehlen. Hilfreich sind natürlich ein Echolot oder eine Tiefenkarte. Boote dürfen allerdings nicht von einem Verbrennungsmotor angetrieben werden.

Raubfische fängt man am besten mit Wobbler und Gummifisch oder anderen Kunstködern. In einigen Seen bilden sich in den Sommermonaten verstärkt Krautfelder in den flacheren Zonen aus. Hier ist es für Hechtangler empfehlenswert, Oberflächenköder wie Popper oder Stickbaits zu verwenden. Damit lassen sich die Räuber, wenn sie im flachen Wasser jagen und auf Beutefische an der Oberfäche fixiert sind, überlisten. Auch Köderfische bringen natürlich regelmäßig Räuber an den Haken.

Schleppangeln ist zumindest an einigen der Seen – etwa am Dreetzsee – möglich. Interessierte Angler sollten sich dazu mit den jeweiligen Bewirtschaftern besprechen. Gleiches gilt auch für das Nachtangeln. Nach Informationen der FHP-Redaktion ist das Nachtangeln am Schmalen Luzin, am Breiten Luzin und am Feldberger Haussee erlaubt.

Da die Seen auch unter Paddlern, Kanuten und Tauchern beliebt sind, kann es in den Sommermonaten zu Interessenkonflikten kommen. Die besten Angelzeiten sind daher Frühjahr oder Herbst. Im Sommer ist man am besten in den fängigen Morgenstunden am Wasser. 

Da sich alle Gewässer im Naturpark Feldberger Seenplatte befinden, verdient der Naturschutz besondere Beachtung. Das gilt insbesondere für den Krüselinsee. Dort ist Angeln nur an den von der Naturschutzbehörde gekennzeichneten Flächen möglich.

Geführte Angeltouren

Gute Angelplätze selbst zu erkunden nimmt in der Regel viel Zeit in Anspruch. Gastangler sind gut beraten, sich von Ortskundigen erklären zu lassen, an welchen Stellen es sich lohnt, die Angel auszuwerfen. Eine Alternative dazu sind organisierte Angeltouren. Sie werden oftmals von Vermietern von Ferienunterkünften angeboten oder auch von Angelläden, wie dem Angelcenter in Feldberg.

Wer wissen will, wie die Berufsfischer ihre Fische fangen, dem bietet die Seefischerei Feldberg die Möglichkeit beim Stellnetz heben, Aalschnurlegen oder auch Eisfischen dabei zu sein. Die „Erlebnisfischerei“ – wie es im Prospekt genannt wird – dauert vier Stunden und kostet 100 Euro je Person.

Nur Touristenfischereischein notwendig

Wer keinen Fischereischein hat, darf in Mecklenburg-Vorpommern auch mit dem Touristenfischereischein angeln gehen. Er gilt für einen zusammenhängenden Zeitraum von 28 Tagen und kostet 24 Euro. Dafür erhält man eine Broschüre, die über Rechtsgrundlagen, Ordnung beim Angeln und den Umgang mit den gefangenen Fischen informiert. Ein Prüfung muss nicht abgelegt werden. Erhältlich sind die Touristenfischereischeine in Gemeindeverwaltungen und Touristeninformationen.

Infos und Angelkarten

Die 15 beangelbaren Feldberger Seen werden überwiegend von Fischereibetrieben bewirtschaftet, wo man auch Angelkarten und Infos erhält. Oftmals können dort auch direkt Boote gemietet und Angeltouren gebucht werden. Auch die Touristeninformation Feldberger Seenlandschaft sowie das Angelcenter Feldberg halten Angelkarten bereit. Touristenfischereischeine erhält man unter anderem bei der Kurverwaltung Feldberger Seenlandschaft.

Natur pur

Ganz umsonst dagegen ist der Aufenthalt in einer intakten Natur, die man so in Deutschland kaum noch vorfindet. Neben den zahlreichen Seen gibt es noch hunderte von Kleingewässern, einige kleine Bäche und Moore. Sie bieten wiederum vielen Tieren Lebensraum. Hier kommen noch See-, Fisch- und sogar Schreiadler vor. Auch Fischotter und Biber bekommt man häufig zu Gesicht. Sie finden in den Gewässern zwischen Woldegk und Neustrelitz optimale Lebensbedingungen vor. Schließlich ist noch der älteste Buchenwald Deutschlands zu nennen, der sich im Naturschutzgebiet Lüttenhagen befindet.

Hier erlebt man sie noch, die sprichwörtliche Ruhe und Entspannung, auch wenn man mal nicht angelt.