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Als drittgrößter See des Freistaates Bayern bildet der Ammersee das am weitesten nach Norden reichende Gewässer der Voralpenseen. Dazu steht er auch noch im Ruf der artenreichste See Bayerns zu sein und liegt inmitten des landschaftlich äußerst ansprechenden Fünfseenlandes. Grund genug dem 47 Quadratkilometer großen See also einen schnellen Angelbesuch abzustatten. Doch so leicht ist das Angeln am Ammersee leider nicht, denn der Ammersee gilt zwar als extrem fischreich, aber leider auch als sehr schwer zu beangeln. Kein Wunder bei einer derartigen Wasserfläche und einer Tiefe von bis zu 80 Metern. Trotzdem gehört der Ammersee zweifelsohne zu den interessantesten Angelgewässern der Bundesrepublik und auch wenn es ein wenig Mühe erfordert, ist ein Angelausflug an den beliebten See alles andere als vergeudete Zeit.

Ein typisches Relikt der letzten Eiszeit

Der Ammersee ist ein typischer glazialer Zungenbeckensee. Das heißt er ist das Relikt eines vor 16.000 Jahren geschmolzenen Gletschers, dessen End- und Seitenmoränen eine große Menge Wasser festgehalten haben, von der heute noch der Ammersee geblieben ist. Wer den See von oben betrachtet, kann dies an seiner typischen langgestreckten Form und der Nord-Südausrichtung des Gewässers erkennen. Weiterhin typisch für diesen Typ See sind die steil abfallenden West- und Ostufer, sowie die Flachen Nord- und Südufer, die zu einer zunehmenden Verlandung des Ammersees führen. 

Überall rund um den See besitzt der Ammersee Zuflüsse in Form von kleineren Bächen. Der größte Zufluss ist die namensgebende Ammer. Sein einziger Abfluss ist die Amper, die wiederum in die Isar mündet. An den Ufern des Ammersees liegen mehrere kleine Ortschaften, von denen Herrsching unter Touristen die bekannteste ist. Das liegt zum einen am Ammersee selbst und zum anderen an der Nähe zum Kloster Andechs, das früher als Wallfahrtsort und heute vor allem wegen seiner ausgezeichneten Brauerzeugnisse geschätzt wird. Tatsächlich wird die Lebensdauer des Ammersees von Wissenschaftlern nur noch auf etwa 20.000 Jahre geschätzt, bevor der See auf natürlichem Wege verlandet. Das ist zwar eine geologisch recht kurze Zeitspanne, innerhalb derer ein Angeltrip an Ammersee jedoch durchaus noch möglich sein sollte.

Ab zum Ammersee: Mit dem Auto oder doch lieber mit dem Dampfer?

Der Ammersee liegt nur etwa 30 Kilometer vom Zentrum von München entfernt und so orientieren sich Angler, die von weiter her anreisen am besten an der Bayerischen Landeshauptstadt. Wer den Münchner Autobahnring dann auf der A96 verlässt kann die Ausfahrt Inning am Ammersee kaum verfehlen und hat das Gewässer damit gefunden. Von hier kann der See gut mit dem PKW erkundet und in den zahlreichen Ortschaften geparkt werden. Für Petrijünger ohne Auto ist zusätzlich interessant, dass der See mit Hersching auch an das Münchner S-Bahnnetz angeschlossen ist. Von Herrsching aus erreicht man sämtliche Ortschaften rund um den See dann am einfachsten mit dem Dampfer, denn der Ammersee verfügt über ein See umspannendes Netz aus Ausflugsdampfern, die zu verschiedensten Zeiten verkehren. Das ist zwar weder die schnellste, noch die billigste, aber dafür mit Sicherheit die stilvollste Anreise zum Angelspot.

Angeln am Ammersee: artenreich aber anspruchsvoll!

Der Fischbestand des Ammersees ist überaus artenreich. Unter Wissenschaftlern ist das Gewässer für seine drei endemischen, also nur dort vorkommenden, Fischarten bekannt: Den Ammersee Kaulbarsch (Gymnocephalus ambriaelacus), den Ammersee Tiefensaibling (Salvelinus evasus) und die Ammersee Renke (Coregonus bavaricus). Letztere ist für die kommerzielle Fischerei und die Angler am Ammersee gleichermaßen eine beliebte Beute. Seit 1970 mit einer Kläranlage der zunehmenden Eutrophierung entgegengewirkt wurde, gehört der Ammersee zu einem der reinsten Seen Deutschlands. Der Nährstoffgehalt hat heute nahezu wieder den mesotrophen Ursprungszustand erreicht, was sich bekanntermaßen auf die Fischproduktion eines Gewässers auswirkt. Nichtsdestotrotz ist der Ammersee nach wie vor äußerst produktiv und fischreich und ermöglicht bis heute über 20 Berufsfischereien die Existenz, die sich in der Genossenschaft Oberbayerischer Berufsfischer und Teichwirte organisiert. Das liegt zu einem nicht geringen Teil an den ausgedehnten Flachwasserzonen am Nord- und Südende, die vielen Fischarten eine optimale Kinderstube bieten.

Auf die Frage, was es denn am Ammersee nun zu fangen gibt, bleibt eigentlich nur eine Antwort: Alles! Tatsächlich sind hier zumindest theoretisch, die meisten der heimischen Zielfischarten vorhanden. Für Raubfischangler gibt es Hechte, Barsche, Zander, Welse und Rapfen, für Friedfischfreunde Brasse, Schleie, Rotfeder, Rotauge, Ukelei, Giebel und Döbel. Ambitionierte Carphunter haben die Chance auf Exemplare weit jenseits der 20 Pfund, auch wenn das Karpfenangeln am Ammersee sicher eine ganz eigene Wissenschaft ist. Wer sich den Salmoniden näher fühlt, kann entweder auf Seeforelle schleppen, auf Bachforelle und Saibling Spinnfischen oder mit der Hegene auf Renkenjagd gehen. Somit ist hier wirklich für jeden etwas dabei. Lediglich der Aal ist heute leider auch aus dem Ammersee nahezu verschwunden.

Uferangeln am Ammersee: Aussichtslos? Von wegen!

Flache Ufer, eine riesen Wasserfläche und zahlreiche Badestätten – all das klingt, als wäre das Uferangeln am Ammersee nicht einmal einen Gedanken wert. Das stimmt jedoch so ganz und gar nicht. Aufmerksame Leser werden nun direkt an die vielversprechenden Flachwasserzonen rund um den Zu- und Abfluss denken, doch so einfach ist es leider dann doch nicht, denn diese sind ganzjährige Schongebiete. Wer es auf Friedfische abgesehen hat, dem sei das Ostufer Wartaweil und Aidenried zu empfehlen. Zwar ist es auch hier sehr flach und es werden weite Würfe benötigt, um den Köder in ausreichender Tiefe anzubieten, dafür hat man hier in der Regel aber seine Ruhe. Die wenigen Badegäste beschränken sich meist auf öffentliche Badestellen und so bleiben zahlreiche kleine Buchten für einen entspannten Ansitz. Wer hier mit schweren Futterkörben weit hinaus wirft, fängt in der Regel schöne Brassen und kleinere Schuppen- oder Spiegelkarpfen, die hier tagsüber und in der Dämmerung patrouillieren.
 
Eine ganz besondere Erfahrung an den Ufern des Ammersees ist das Watangeln auf See- und Bachforellen im Frühjahr. An manchen Stellen ist es möglich mit der Wathose fast 100 Meter in den See hinauszugehen, so dass hier schon fast Ostsee- beziehungsweise Meerforellen Feeling aufkommt. Ein weiterer heißer Tipp für das Uferangeln sind die zahlreichen Dampferstege. Diese sind öffentlich zugänglich und das Angeln wird in der Regel geduldet, sofern man den Schiffen und ihren Passagieren Platz macht, wenn diese Anlegen. Rund um die Stege ist es recht tief und so können hier sämtliche Friedfische, Barsche, Zander und sogar Renken gefangen werden. Einen Dampfersteg findet man in den meisten der umliegenden Ortschaften.

Von 0 auf 80: Bootsangeln an der Herrschinger Bucht

Natürlich sind Bootsangler am Ammersee jedoch klar im Vorteil, vor allem wenn es auf Raubfisch, Renke oder Seeforelle gehen soll. Einer der besten und bekanntesten Spots ist hier die Herrschinger Bucht im südlichen Teil des Ostufers. Direkt vor dieser Bucht befindet sich die tiefste Stelle des Ammersees und so findet man hier zahlreiche Plateaus mit teilweise 30 Metern Tiefenunterschied auf nur wenigen Metern. Das Bootsangeln ist am Ammersee nur in der Zeit vom 15.04. bis zum 31.10. erlaubt, wobei bis zum 14.05. nur der Einsatz der Hegene erlaubt ist. Das Hegenefischen auf Renken und Barsche genießt am Ammersee generell große Beliebtheit. Hier geht es oft Schlag auf Schlag, wenn der entsprechende Fischschwarm einmal gefunden ist. Besonders die gierigen Barsche belegen schon mal alle fünf erlaubten Anbissstellen simultan.

Das Schleppangeln ist gestattet, allerdings nur mit Muskelantrieb. Um auf dem See von A nach B zu kommen ist ein E-Motor erlaubt, dieser ist jedoch vor dem Angeln aus dem Wasser zu holen. Wer plant, den See mit dem eigenen Elektroboot zu erkunden, muss dies bei den zuständigen Behörden kostenpflichtig anmelden. Für Gäste ist es daher meist günstiger einen entsprechenden Kahn zu mieten oder sich auf die eigenen Arme zu verlassen. Bootsverleihe finden sich in der Regel in allen Ortschaften. Oft hilft auch nettes Fragen in den örtlichen Biergärten oder Touristen Informationen, um an ein günstiges Ruderboot zu kommen. Fotorealistische Echolote sind zum Angeln nicht erlaubt. Das Schleppangeln am Ammersee kann äußerst mühsam sein, dafür warten aber vor allem im Freiwasser gigantische Hechte. In letzter Zeit scheint der Bestand sogar so gut zu sein, dass Schonzeit und Schonmaß aufgehoben wurden, dasselbe gilt übrigens für Welse.

Größe: 
4 760.00 Hektar
Maximale Tiefe: 
81.00 m
Untergrund: 
sandig
Durchschnittstiefe: 
37.50 m
Länge: 
16,00km
Wassertyp: 

See

Geodata: 
RegionBayern
Natureservate oder andere geschütze Orte vorhanden: 
Naturschutzgebiet beachten
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