Naturschutzgesetze - Zelt ohne Boden = Zelt oder Wetterschutz ?

Dieses Thema im Forum "- Gesetze, Verbands- und Vereinsnachrichten" wurde erstellt von Der Fischflüsterer, 14. Oktober 2006.

  1. Der Fischflüsterer

    Der Fischflüsterer Petrijünger

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    Habe etwas herausgefunden

    War nun auf der Stadtbehörde und habe dort mal vorgesprochen und zu meinem Erstaunen ist die Verwarnung zurückgenommen worden. :) Es ist mir zwar nicht Recht zugesprochen worden, sber ist auch etwas. Mir ist dann noch erklärt worden:

    Zum Thema Wetterschutz . Es dürfen keine Übernachtungsmöglichkeiten zb. Liegen, Matratzen usw. im Wetterschutz vorhanden sein .

    Ein Kocher sollte ebenfalls nicht vorhanden da es dann Campingcharackter hätte und es darf nicht geschlossen sein, dh. ein Zelt ohne Boden das komplett geschlossen ist kein Wetterschutz.

    Allerdings ein Zelt ohne Boden wie von Cliff schon gesagt hat mit 180° Grad Umhang und vorne offen ist als Wetterschutz zudeklarieren und somit erlaubt in BW .

    So das wars . Ich Danke Euch vielmals für Eure Hilfe :respekt :respekt :respekt :respekt :respekt
     
    KOP und Cliffhänger gefällt das.
  2. Revilo

    Revilo Rutenbauer

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    Da haben wir es in Bayern ja besser. :grins
    Bei uns kann man laut Vorstand ein richtiges Zelt ohne festen Boden verwenden, auch Liegen sind bestimmt gestattet, denn manche sind Tage lang am Wasser und übernachten somit draußen.;)
     
  3. Axel Weykopf

    Axel Weykopf Neuer Petrijünger

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    Vertreibung beim Karpfenangeln

    Zelt ohne Boden!
    Danke für die Beiträge, denn als Betroffener auf Rügen MV am See, Platzverweis durch aüsserst ungehaltene Polizeibeamten die unterschiedlicher Meinung waren, Beschwerde eingelegt. Kann von Euch jemand in MV etwas mitteilen oder ähnliche Erahrung gemacht? Gewässerordnung von Brandenburg mit der Vereinbahrung MV, Genehmigung für 10€, wurde nicht anerkannt. Von der großangelegten Vertreibung waren auch im April und Mai andere Angler betroffen.
    Axel:confused:
     
  4. CS Angelshop

    CS Angelshop Super-Profi-Petrijünger

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    Ein Schreiben des Landesfischereiverbandes Bayern:

    Ihre Fragen haben mich doch etwas irritiert. In Bayern war das Angeln vom Boot aus noch nie verboten und auch das Nachtangelverbot wurde vor einigen Jahren auf Betreiben des Landesfischereiverbandes Bayern e.V. aufgehoben.
    Landesrechtlich ist alles erlaubt. Jedoch sind die Bezirksfischereiverbände und die Gewässerbewirtschafter rechtlich autark und können in den Bezirksfischereiverordnungen oder den Richtlinien für einzelne Gewässer vergleichbare Verbote festschreiben. Darauf hat der Landesfischereiverband leider keinen Einfluss und die Aufhebung entsprechender Vorschriften und Richtlinien muss vor Ort mit den Gewässerbewirtschaftern geklärt werden.

    Zum Zelten ist u.a. ist folgendes anzumerken:

    Das Aufstellen von Zelten und Wohnwagen in der freien Natur außerhalb behördlich genehmigter Zelt- und Campingplätze ist mehr als ein Betreten der freien Natur im Sinne des Art. 22 Abs. 1 und 2 BayNatSchG und wird deshalb nicht von diesem Betretungsrecht gedeckt. Zelten bedeutet - in Abgrenzung zum reinen Wetterschutz - das Schaffen von Wohnqualität durch Liegen, Schlafsäcke, Iso-Matten, Luftmatratzen usw. und stellt auf das Übernachten am Standort ab. Ob dem Zelt der Boden fehlt oder nicht, ist dabei unerheblich.

    Dafür ist stets die Zustimmung des Grundstücksberechtigten erforderlich, soweit nicht die Verbote des Art. 46 Abs. 4 Nr. 3 Bayer. WaldG und des § 2 Abs. 1 Nr. 2 BAVO greifen. In Landschaftsschutzgebieten ist in aller Regel die Erlaubnis der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde (kreisfreie Stadt,
    Landratsamt) einzuholen; in Nationalparken, Naturschutzgebieten, geschützten Flächen (Naturdenkmäler), geschützten Landschaftsbestandteilen, gesetzlich geschützten Biotopen, Wildschutzgebieten, Wildbiotopen und Wasserschutzgebieten ist das Zelten generell verboten.

    Zum Betreiben offener Feuer (Kochstelle, Grill oder Lagerfeuer) ist
    anzumerken:

    1. Landschaftsschutzgebiete: Erlaubnis der Kreisverwaltungsbehörde ist
    erforderlich;
    2. Schutzgebiete (Nationalparke, Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler,
    geschützte Landschafts-bestandteile, gesetzlich geschützte Biotope, Wildschutzgebiete, Wildbiotope und Wasserschutzgebiete:

    grundsätzliche Verbote (vgl. auch entsprechende Schutzgebietsverordnungen);

    3. Ergänzende Verbote: § 3 Verordnung zur Verhütung von Bränden; Art.
    17 Abs. 1, 2, 3 Bayer. WaldG,

    § 2 Abs. 1 Nr. 2 BAVO.

    Des Weiteren dürfen anfallende Abfälle weder vergraben noch verbrannt werden (Ordnungswidrigkeit nach §§ 27 Abs. 1, 61 Abs. 1 Nr. 2 KrW/-AbfG).

    Rechtsquellen:

    Verordnung über die Verhütung von Bränden (VVB), zul. geändert durch V vom 17. 11. 2008 (GVBl S. 901)
    - Auszug -

    § 3 Feuer im Freien
    (1) 1 Geschlossene Feuerstätten im Freien müssen entfernt sein
    1. von Gebäuden aus brennbaren Stoffen mindestens 5 m, vom
    Dachvorsprung ab gemessen,
    2. von leicht entzündbaren Stoffen mindestens 25 m,
    3. von sonstigen brennbaren Stoffen mindestens 5 m.
    2 Sie dürfen bei starkem Wind nicht benutzt werden.

    (2) 1 Offene Feuerstätten oder unverwahrtes Feuer dürfen im Freien nur entzündet werden, wenn hierdurch für die Umgebung keine Brandgefahren entstehen können. 2 Die in Absatz 1 für geschlossene Feuerstätten vorgeschriebenen Entfernungen sind mindestens einzuhalten; von leicht entzündbaren Stoffen müssen offene Feuerstätten oder unverwahrtes Feuer jedoch mindestens 100 m entfernt sein. 3 Offene Feuerstätten oder unverwahrtes Feuer sind ständig unter Aufsicht zu halten. 4 Bei starkem Wind ist das Feuer zu löschen. 5 Feuer und Glut müssen beim Verlassen der Feuerstelle erloschen sein.

    § 27 Ordnungswidrigkeiten
    Nach Art. 38 Abs. 4 LStVG kann mit Geldbuße belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig den Vorschriften der §§ 2 bis 22 zuwiderhandelt.

    Waldgesetz für Bayern (BayWaldG) i.d.F. der Bek vom 22.07.2005 (GVBl S. 313)
    - Auszug –
    Art. 17 Feuergefahr
    (1) 1 Wer in einem Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 m davon
    1. eine offene Feuerstätte errichten oder betreiben,
    2. ein unverwahrtes Feuer anzünden oder betreiben,
    3. einen Kohlenmeiler errichten oder betreiben,
    4. Bodendecken abbrennen oder
    5. Pflanzen oder Pflanzenreste flächenweise absengen
    will, bedarf der Erlaubnis[1]. Diese darf nur erteilt werden, wenn das Vorhaben den Belangen der Sicherheit, der Landeskultur, des Naturschutzes und der Erholung nicht zuwiderläuft und Belästigungen möglichst ausgeschlossen sind.

    (2) In einem Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 m davon dürfen nicht
    1. offenes Licht angezündet oder verwendet werden,
    2. brennende oder glimmende Sachen weggeworfen oder sonst unvorsichtig
    gehandhabt werden,
    3. ein nach Abs. 1 Nr. 2 angezündetes Feuer unbeaufsichtigt oder ohne
    ausreichende Sicherungsmaßnahmen gelassen werden.

    (3) Im Wald darf in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober nicht geraucht werden.

    (4) Abs. 1 Nrn. 1 und 2 und Abs. 3 gelten nicht

    1. für den Waldbesitzer und für Personen, die er in seinem Wald
    beschäftigt,

    2. für Personen, die behördlich angeordnete oder genehmigte Arbeiten
    durchführen,

    3. für die zur Jagdausübung Berechtigten und

    4. für die Holznutzungsberechtigten bei der Ausübung des Rechts.

    (5) Abs. 2 Nr. 1 gilt nicht bei Maßnahmen zur Rettung von Menschen oder von bedeutsamen Sachwerten aus Gemeingefahr oder bei Rettungsübungen.

    Art. 46 Ordnungswidrigkeiten
    (2) Mit Geldbuße bis zu zehntausend Euro kann belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig
    1.-3. .............
    4. ohne Erlaubnis eine der in Art. 17 Abs. 1 bezeichneten Handlungen
    vornimmt,
    5. Art. 17 Abs. 2 zuwiderhandelt.
    ..............
    (4) Mit Geldbuße kann belegt werden, wer vorsätzlich oder fahrlässig in einem Wald unbefugt
    1. – 2. ....................
    3. Zelte oder Wohnwagen aufstellt,
    4. entgegen Art. 17 Abs. 3 in der Zeit vom 1. März bis 31. Oktober
    raucht.

    Strompolizeiverordnung zum Schutz bundeseigener Schifffahrts- und Betriebsanlagen an Bundeswasserstraßen (Betriebsanlagenverordnung, BAVO)
    im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Süd
    vom 15. September 1993 (VkBl S. 701)

    - Auszug -
    § 1
    Die Verordnung gilt für die Bundeswasserstraßen Main, Main-Donau-Kanal, Regnitz, Altmühl, Donau und Regen mit ihren Nebenstrecken.

    § 2
    (1) Es ist verboten,
    1. die bundeseigenen Schifffahrts- und Betriebsanlagen, insbesondere
    Schleusen-, Wehr-, Pumpwerks- und Pegelanlagen, Schutz-, Sicherheits- und Bauhäfen, Bau- und Schirrhöfe, Fluss- und Kanalseitendämme, Betriebswege,
    2. bundeseigene Ufergrundstücke
    außerhalb ihrer Zweckbestimmung, insbesondere durch Betreten, Befahren oder Abstellen von Fahrzeugen aller Art, durch Zelten, Reiten oder durch Entzünden von Feuer, zu benutzen.
    (2) Ausgenommen sind das Betreten der Betriebswege oder der bundeseigenen Ufergrundstücke durch Fußgänger und das Befahren der Betriebswege durch Radfahrer (ohne Motorkraft), jeweils auf eigene Gefahr.
    (3) Das Benutzungsverbot kann durch das Schild 1 der Anlage kenntlich gemacht werden.
    (4) Wege- oder straßenrechtliche Widmungen der bundeseigenen Betriebswege bleiben unberührt.
    (5) Betretungs- und Befahrungsverbote durch andere als strompolizeiliche Regelungen bleiben unberührt.
    Zuwiderhandlungen stellen Ordnungswidrigkeiten nach § 8 BAVO, § 50 Abs. 1 Nr. 2 WaStrG dar.

    ________________________________


    [1] Zuständig sind die Ämter für Landwirtschaft und Forsten als untere Forstbehörden
     
  5. 001 Zander

    001 Zander Petrijünger

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    Ich habe auch eine frage zu denn Themen kann ich an DAV Gewässer ein MK Angelsport gerechtes zelt ohne Boden aufstellen woh meine Angelliege drin steht in Brandenburg
     
  6. theduke

    theduke Dackel Fischer

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    Es gibt meines Wissens seit 6 Jahren schon keinen DAV Verband mehr. Verstehe also deine Frage nicht so ganz.
    Zudem hat ein Verband nie was mit Vereinsvorschriften zu tun gehabt. Ob ein Bivvy, Brolly, Shelter usw. erlaubt sind, schreibt 1. der Verein vor. Normal steht das auf der Angelkarte. Wenn dies nicht drauf steht, sollte man direkt im Verein nachfragen und sich nie auf das Angelgeschäft verlassen. Sollte man zwecks Urlaub vorher mal den Verein anrufen, rate ich folgendes. Schriftliche Zusage per Mail und diese auch ausdrucken und mitnehmen.
    Weitere Vorsicht ist in Naturschutzgebieten zu berücksichtigen.
    Wie gesagt, ohne was Schriftliches in der Hand zu haben kann es € kosten, Abmahnung, oder Platzverweis.
    Zudem sollte man sich auch Infos einholen ob Nachtangeln erlaubt ist, denn hier und da ist es verboten, und somit auch ein Zelt verboten. Also vorher Info einholen. Zudem deine Frage zu Brandenburg ein ganzes Bundesland betrifft und keinen speziellen Verein.
     

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