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Angelerlebnisse - Pirschangeln am Bach – Achtung Suchtgefahr!

Dieses Thema im Forum "- Angelerlebnisse" wurde erstellt von angelhoschi76, 20. Mai 2020.

  1. angelhoschi76

    angelhoschi76 Tinca-Fan Gutachter-Kollegium

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    Hallo Zusammen,

    Corona hat dieses Jahr ja so ziemlich alles verändert und auch das Angeln war betroffen. Die letzten Jahre bin ich immer Karfreitag zum Forellenangeln an einen kleinen, feinen Voralpenbach gefahren. Da ich aber dieses Jahr nicht an die Angellizenz kam, da die Läden schließen mussten, ist das ausgefallen.

    Aber aufgehoben ist ja nicht aufgeschoben. Letzten Samstag war ein Kumpel von mir an dem Bach unterwegs und als er mir davon erzählt hat, fasste ich den Entschluss es dort endlich auch zu versuchen. Mein Kumpel war nicht so überzeugt von dem Bach und dem Fangergebnis. Er konnte zwar einige Fische fangen, aber alle eher kleiner. Er gab allerdings auch zu, dass es vielleicht am „Handwerkszeug“ lag, da seine Köder mehr für den Fluss taugen als für solch einen kleinen Bach. Mit seinen sinkenden Wobblern war er zum Beispiel nicht erfolgreich, für den Bach benötigt man nämlich kleine Schwimmwobbler.

    Der Angelladen, der die Lizenzen ausgibt öffnete um 9:00 und pünktlich stand ich auf der Matte. Schnell waren die Formalitäten erledigt und noch 2 kleine Spoons und traditionelle Effzett-Blinker wurden gekauft, um die Forellen auf die Schuppen zu legen. Mit Spoons hatte ich bislang noch nie gefischt, aber eigentlich ist das ja nichts anderes als ein kleiner, leichter Blinker. Der Gerätehändler verabschiedete mich dann mit den Worten: „Viel Spaß, wenn Du überhaupt was fängst. Dort wird dieses Jahr viel gefischt und es ist halt doch nur ein kleiner Bach“. Ich dachte mir meinen Teil, den gefangen habe ich dort immer gut. Ich war zwar noch nie so spät im Jahr und vielleicht waren wirklich schon einige der Besatzfische weggefangen. Aber der Bach hat viel mehr Potential als die meisten Angler vermuten, das habe ich ja schon öfters gesehen. Die meisten Kollegen unterschätzen die Standplätze der großen Forellen: Die unterspülten Ufer! Dort muss der Köder so nah wie möglich ran, dann klappts auch mit Fisch.

    Um 9:30 war ich dann endlich am Bach und die Wahl fiel auf einen Bereich, den ich nur zum Teil kannte. Dort war ich die letzten Jahre immer zum Ende des Angeltages und dann ging mir die Zeit aus, diesen sehr interessanten Bereich näher zu erkunden. Was soll ich sagen, schon alleine diese Idylle war es mehr als wert:

    Bachidylle_01.jpg

    Dieser Bereich schlängelt sich richtig durch die Wiesen und jede Kurve beherbergt einen tieferen Gumpen, unterspülte Wurzeln und natürlich Fische. Am ersten Platz gab es dann nur einen Fehlbiss, am zweiten Platz war kein Fisch zu sehen. Dann schlug der Spoon zu:

    WöBa_BaFo_01.jpg

    Sehr schöne Forelle und es sollte so weiter gehen. Zu Beginn, als die Sonne noch nicht ganz so hoch stand, sprachen die Forellen wirklich super auf den Spoon an:

    WöBa_BaFo_02.jpg

    Dann wurde es aber immer wärmer und ich kam in einen Bereich, in dem der Bach an einem Waldrand entlang verläuft und von Büschen gesäumt ist. Dort war es etwas kühler und auch schattiger:

    Bachidylle_02.jpg
    Bachidylle_03.jpg

    Dort schlug dann die Stunde des Streamers, den ich wunderbar vor den Standplätzen der Forellen vorbeizupfen konnte. Das Wasser war diesmal zwar etwas bräunlicher gefärbt, da der Bach durch ziemlich moorige Wiesen fließt. Im zeitigen Frühjahr macht sich der Effekt, dass das Wasser leicht bräunlich gefärbt ist noch nicht so bemerkbar wie jetzt im Mai. Dennoch konnte ich die Attacken der Forellen super beobachten, und der Streamer wurde einige male voll genommen:

    WöBa_BaFo_03.jpg
    WöBa_BaFo_04.jpg


    Die Zeit verging wieder mal wie im Flug und bis ich wieder an meinem Auto war, um kurz Mittag zu machen, war es bereits 14:30. Die Fische bissen aber auch wirklich ununterbrochen gut und die Angelei machte riesigen Spaß! Nach der kurzen Brotzeit und einem leckeren Kaffee war eine Standortwechsel angesagt. Der Bereich, den ich jetzt wählte, ist mir bereits sehr gut bekannt und immer für größere Forellen gut. Dort gibt es viele große Steine und sehr schön ausgespülte Ufer. Auch hier musste ich auf den ersten Fisch nicht lange warten. Toller Biss, die Forelle kam hinter einem großen Stein hervorgeschossen und nahm den kleinen Streamer in der Strömung:

    WöBa_BaFo_05.jpg

    In diesem Bereich ist der Bach etwas breiter und auch tiefer. Man kann weiter werfen und es kamen nun auch öfters Wobbler und Spinner zum Einsatz. Auch dieser Köder brachten Fische, hier z.B. eine schöne Wobblerforelle, die den Köder unterhalb eines kleinen Wasserfalls genommen hat:

    WöBa_BaFo_06.jpg

    Und hier eine 35cm Bachforelle, die auf einen Spinner hereingefallen ist:

    WöBa_BaFo_07.jpg

    Die Zeit war fortgeschritten und es war schon 18:00 durch. 2 Forellen hatte ich mittlerweile in meiner Kühlbox verstaut, eine durfte ich also noch mitnehmen um das Fanglimit zu erreichen. Der Plan war eigentlich, nochmal den Platz zu wechseln und die Stellen des Vormittags abzuklappern. Dort hatte ich zwar gut gefangen, aber auch einige Fehlbisse oder Aussteiger gehabt. Außerdem fehlten mir noch die größeren Forellen Ü40. Aber es kam anders. Auf dem Rückweg zum Auto versuchte ich es nochmals an einer Stelle mit beidseitig ausgespülten Ufern. Ich holte einen Streamer erst an der linken Uferseite ein und bekam 2mal Bisse einer guten Forelle, die aber nicht hing. Dan kam die rechte Uferseite dran. Mit dem Streamer kann ich so ca. 20m weit werfen und auf halber Strecke beim Einholen krachte ein großer Fisch drauf! Schon direkt nach dem Biss konnte ich kurz eine riesige, goldgelbe Flanke aufleuchten sehen! Jawohl, das war eine der kapitalen Bachforellen! Nach einem harten Kampf landete sie schließlich im Kescher:

    WöBa_BaFo_08.jpg

    Was für ein Fisch:

    WöBa_BaFo_08a.jpg

    Somit hatte sich mein Vorhaben, es noch an anderen Plätzen zu versuchen, erledigt. Aber es gibt wohl keinen besseren Anlass den Angeltag zu beenden, als wenn man solch einen Kracher von Fisch überlisten konnte! Der Fang des Tages, 2 Forellen mit 35cm und einmal 53cm:

    WöBa_BaFos.jpg
    Was für ein toller Tag am Forellenbach! Angeln mit hohem Suchtpotential!
     
  2. Jens_FHP

    Jens_FHP Super-Profi-Petrijünger Moderator Gutachter-Kollegium

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    Danke Volker für diesen tollen Bericht! Das Pirschangeln am Bach hat mich dieses Jahr auch gepackt und ich kann dein letztes Statement völlig nachvollziehen. Und wenn es dann noch mit so einer schönen und kapitalen Bafo klappt...was will man mehr. Petri!
     
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  3. Troutlover

    Troutlover Profi-Petrijünger

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    PETRI Volker und DANKE für den schönen Bericht und die tollen Bilder!
     
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  4. Steff-Peff

    Steff-Peff Profi-Petrijünger

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    Hi,
    Petri zu den tollen Forellen. Das Bächlein ist genau nach meinem Geschmack. Größer ist mein Jahreskartengewässer auch nicht.
    Weiter so !
     
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  5. fischer2809

    fischer2809 Petrijünger

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    Wow! Was für ein toller Bericht! Vielen Dank für das Teilen deiner Geschichte! Sowas liest man wirklich gern, vor allen in Zeiten wie diesen! Gratuliere zu diesem tollen Fang und die beeindruckenden Bilder. Ich hoffe, du wirst noch viele Male zu diesem Bach zurückkehren, um dort weitere tolle Fänge zu ergattern.
     
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  6. FischFan30

    FischFan30 Petrijünger

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    Danke für diesen tollen Bericht, Volker! Super Fang, den du da gemacht hast. Weiter so!
     
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  7. kleinerwal

    kleinerwal Petrijünger

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    Toller Fang und tolle Bilder!
    Mich fasziniert es immer wie toll die Schuppen in der Sonne glitzern.
    Hat auch Spaß gemacht den Bericht zu lesen, auch wenn dieser schon von Mai ist...
     

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