Gesamte Fisch-Hitparade durchsuchen

Besatzmaßnahmen - Immer rein damit: Große Raubfische besetzen?

Dieses Thema im Forum "- Natur- und Gewässerschutz" wurde erstellt von FHP Redaktion, 3. Dezember 2020.

  1. FHP Redaktion

    FHP Redaktion Super-Profi-Petrijünger Mitarbeiter

    Registriert am:
    27. März 2018
    Beiträge:
    936
    Likes erhalten:
    307
    Ort:
    Berlin, Germany
    Das Management von Fischbeständen durch Fischbesatz ist ein heißes Eisen in Anglerkreisen. Die Vergangenheit hat gezeigt: nicht jeder Besatz ist sinnvoll und auch Besatzfische unterscheiden sich von Ihren wilden Artgenossen. Neue Auswertungen des IGB Berlin werfen nun ein neues Licht auf die Fitness großer Satzhechte und -welse.

    Zum Beitrag

    Wie denkst Du über den Besatz mit großen Raubfischen? Wo verursacht das deiner Meinung nach Fehlentwicklungen und wo funktioniert es gut? Teile Deine Erfahrungen mit der Community!
     
  2. theduke

    theduke Dackel Fischer

    Registriert am:
    16. August 2008
    Beiträge:
    4.535
    Likes erhalten:
    6.331
    Ort:
    95100
    Nur eine Vermutung, denn ich bin kein Forscher oder Wissentschaftler.
    Welse haben kaum Fischfeinde zu befürchten, außer ihre eigene Art bzw als Jungwels mal den Esox,
    und sind enorm anpassungsfähig.
    Hechte in der Natur sind nach dem Schlupf sofort dem Kannibalismus ausgesetzt, ebenso die Beute vieler anderer
    Fischarten. In der Fischzucht ist nur der Kannibalismus vorhanden, zudem genügend Futter existiert.
    Sie lernen es in der Zucht somit gar nicht auf die Jagd zu gehen oder Schutz zu suchen.
    Sie haben zwar die Gene der Elterntiere aus "Wildgewässern" haben aber die Massenproduktion erlebt, somit Masse
    um später nicht selber eine Vielproduktion von Gelegen bzw. Eiern produzieren zu müssen.
    Nur war in dem Bericht keine Info vorhanden um welche Größe es sich bei den Besatzfischen handelte?!!
    Vorgestreckte, Kleine oder Satzhechte von über 30cm+ ?
    Ist der Druck den natürlichen Hechtbestandes so groß? Wie stark war der natürliche Bestand überhaupt?
    Viele Vereine besetzen einfach mit dem Grund, es sind XXY Hechte im Jahr gefangen worden, somit müßte man mindestens auch wieder diese Anzahl besetzen. Denke diese Denkweise ist falsch, denn die natürliche Reproduktion
    wird dabei nicht berücksichtigt.
    Wie gesagt nur meine Vermutung. Ein natürlicher geschlüpfter Bestand kennt das Futterangebot und den Druck selbst gefressen zu werden, somit erhöhte Reproduktion.
    Künstlicher Besatz hat anscheinend seine eigene "Kindheit" seit dem Schlupf abgespeichert wo es keine Feinde gab, somit geringere Eiablage.
     
    c@fish gefällt das.
  3. Fuerstenwalder

    Fuerstenwalder gesperrt

    Registriert am:
    6. März 2008
    Beiträge:
    2.587
    Likes erhalten:
    2.242
    Ort:
    Berlin, Germany
    Aus dem Beitrag wird leider auch nicht deutlich, ob der Besatz aus umgesetzten oder gezüchteten Tieren besteht.
     
  4. theduke

    theduke Dackel Fischer

    Registriert am:
    16. August 2008
    Beiträge:
    4.535
    Likes erhalten:
    6.331
    Ort:
    95100
    Naja eigentlich schon, denn Teichbesatz wird zum größten Teil bei einem Fischzüchter bestellt.
    Umgesetzt wird eigentlich nur dann, wenn ein Verein eigene Aufzuchtteiche besitzt, Vereinsteiche abgefischt werden und man intern einen Besatz umsetzt. Dies wäre somit eine Umbesetzung.
     
  5. FHP Redaktion

    FHP Redaktion Super-Profi-Petrijünger Mitarbeiter

    Registriert am:
    27. März 2018
    Beiträge:
    936
    Likes erhalten:
    307
    Ort:
    Berlin, Germany
    Sorry, die Quelle war nicht verlinkt. Ist jetzt der Fall.

    Hier gehts zur Studie

    Der Titel impliziert zumindest, dass es sich weder um kleine noch um vorgestreckte Fische handelt.
     
    theduke gefällt das.
  6. theduke

    theduke Dackel Fischer

    Registriert am:
    16. August 2008
    Beiträge:
    4.535
    Likes erhalten:
    6.331
    Ort:
    95100
    Mein Fehler, sorry. Bleibe aber bei meiner Vermutung zwecks dem Schlupf und der Auzucht.
     
  7. c@fish

    c@fish Profi-Petrijünger Gutachter-Kollegium

    Registriert am:
    1. März 2017
    Beiträge:
    190
    Likes erhalten:
    329
    Ort:
    02999
    Interessant, so wie ich das verstehe sind hier zwei Faktoren von Bedeutung:
    1. Fischart - also welche Raubfische sind für diese Maßnahme überhaupt geeignet?
    2. Herkunft - ist das genetische Potential von Zuchtfischen genauso interessant wie das von Wildfischen?

    Habe mich auch schon gefragt welchen Einfluss die künstliche Aufzucht auf die Fische hat.

    - unnatürliche Brutbedingungen = fehlende natürliche Selektion = schlecht angepasst an natürliche Laichbedingungen
    - mangelnde Diversität - wenige Fische für die Aufzucht vieler Nachkommen = weniger Vielfalt in Größe, Platzwahl und Timing beim Laichen

    Als Dritten Punkt möchte ich noch das Biomasse-Ertragspotential eines Gewässers anführen. Denn die potentielle Fischbiomasse eines Gewässers wird limitiert durch das Nahrungsangebot. Nun können viele kleine Fische das Ertragspotential ausschöpfen oder wenige große Fische. Da muss man sich jetzt überlegen ob man lieber eine Hand voll Trophäen-Fische im Gewässer haben möchte oder viele Fische im Küchenfenster-Maß.

    Ich denke die natürliche Altersstruktur eines Fischbestandes weißt wenige Großfische auf, die aber einen bedeutenden Einfluss haben. Hier gilt es die richtigen Maßnahmen zu finden, um diese Fische zu schützen.
     
    theduke gefällt das.
  8. theduke

    theduke Dackel Fischer

    Registriert am:
    16. August 2008
    Beiträge:
    4.535
    Likes erhalten:
    6.331
    Ort:
    95100
    c@fish ich frage mich auch folgendes
    Der See ist ja leider nicht benannt worden (außer ich habe es überlesen)
    Wenn (angenommen) die wilde Population sich von selbst reproduzieren kann, man große Raubfische besetzt,
    dann werden wohl Hechte der Seepopulation von dem Besatz gefressen werden, denn dieser Neubesatz benötigt ja ein Revier. Was soll ich aber unter der Sterblichkeit verstehen?
    - Verendet durch Kannibalismus, durch fehlende Nahrung, durch unpassende Gene, oder durch ein falsches besetzen der
    Fische wo sie zu schnell besetzt wurden?
    - Verendet in der Balz, wo Revierhechte mehr Vorteile hatten und Milchner verbissen wurden?
    - Verendet durch Stress?
    - Verendet durch den Besatz ggf. in einer falschen Jahreszeit?
    - Oder einfach ohne Ursache verendet?

    Trotzdem wurde keine Größe genannt. Großhechte ist ein dehnbarer Begriff, und eine Angabe über die 160 Satzhechte fehlt von Arlinghaus total.
    Ich würde auch gerne mal die komplette Studie darüber lesen, denn die ist im Link nur angerissen.

    Denn hier geht es ja nicht um die Nachkommen, sondern hier ist nur der Besatz beschrieben.

    Satz 1 passt, hatte ich ja oben schon beschrieben. Satz 2 (mal in Fettschrift) bezweifel ich aber was die Fitness betrifft.
    Ein Fischzüchter der vielleicht auch Berufsfischer ist, der fängt große Hechte aus Seen oder Flüssen und streift diese ab. Somit passt der vorhandene Genpool mit Milch und Rogen, auch kann Inzucht ausgeschlossen werden.
    Wenn also daraus Hechte gezogen werden, dann kommt Frischblut in den See.
    Wenn der Besatz nicht aus der Zucht kommt, bleibe ich dabei, es kommt frisches Blut in den vorhandenen Wild.- Genbestand und die Fitness leidet sicher nicht darunter.
     
    c@fish gefällt das.
  9. c@fish

    c@fish Profi-Petrijünger Gutachter-Kollegium

    Registriert am:
    1. März 2017
    Beiträge:
    190
    Likes erhalten:
    329
    Ort:
    02999
    ich kann mir vorstellen, dass über die Gründe der Sterblichkeit nur Spekuliert werden kann. Man sieht ja nur Bewegungsmuster. Ob der Fisch dabei frisst, Konkurrenten ausweicht oder mit ihnen duelliert ist sicherlich nicht erfassbar.
    Tot durch Revier- und Balzkämpfe ist vielleicht noch anhand von Bissspuren zu erklären, solange die Hechte nicht vom Wels vernascht werden.
    Aber im Tierreich verlaufen Konkurrenzkämpfe zwischen Artgenossen meist sehr Subtil. Augenscheinliche Merkmale wie Größe und Ernährungszustand reichen oftmals schon aus, um die Fronten zu klären. Erst wenn die Kontrahenten ebenbürtig erscheinen kommt es zu aggressiveren kämpfen.
    Ich Denke Besatzhechte müssen in einem neuen Gewässer zunächst ihr eigenes Revier und eine Futternische erschließen. Diese Einbürgerung kann je nach Größe und Zustand der besetzten Hechte sehr stressig für den Satzfisch sein aber ebenso stressig für den gesamten Bestand. Da sich das Räuber-Beute-Verhältnis auf unnatürliche Weise verschiebt muss sich der ganze Fischbestand neu ausrichten.

    Grundsätzlich macht es eigentlich nur Sinn große Fische zu besetzten, wenn sie im Bestand aufgrund von genetischen Defiziten fehlen. An vielen Gewässern ist dies sicherlich einem zu hohem Angeldruck in Kombination mit der Entnahme aller Fische über dem Mindestmaß geschuldet. Solange dies nicht der Fall ist, sollte man die großen Fische einfach freilassen, um die natürliche Altersstruktur des Fischbestandes zu erhalten #Küchenfenstermaß
     
  10. Jens_FHP

    Jens_FHP Profi-Petrijünger Moderator Gutachter-Kollegium

    Registriert am:
    26. Februar 2007
    Beiträge:
    458
    Likes erhalten:
    421
    Geschlecht:
    männlich
    Ort:
    Berlin
    Es dürfte sich wohl um den See des IGB mit eigener Telemetrieanlage handeln, ergo Kleiner Döllnsee.
     
    theduke gefällt das.


Ähnliche Themen
  1. Bartelmann
    Antworten:
    9
    Aufrufe:
    2.960
  2. Basti96
    Antworten:
    16
    Aufrufe:
    11.017
  3. Juck
    Antworten:
    57
    Aufrufe:
    7.343
  4. angler patrick h.
    Antworten:
    47
    Aufrufe:
    8.510
  5. gerdl
    Antworten:
    21
    Aufrufe:
    18.984

Diese Seite empfehlen