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Fliegenbinden - Grundlagen des Fliegenbindens

Dieses Thema im Forum "Fliegenfischen" wurde erstellt von Goderich, 21. Juli 2006.

  1. Goderich

    Goderich Superprofi Petrijünger

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    Hallo Flifis!!!


    Nachdem wir hier ein schönes und umfangreiches Fliegenlexikon haben soll es jetzt auch Informationen zum Handwerkszeug des Bindens geben. Hier werden die wichtigen Werkzeuge sowie einzelne Bindeweisen beschrieben und illustriert. Ich hoffe dass es all denen hilft, die das Fliegenbinden gerade erst erlernen und denen, die es schon können als Nachschlagewerk dient und Anregungen liefert. :prost


    Gerätekunde:

    Geräte zum Fliegenbinden

    Knoten und Co:

    Grundwicklung
    Kopfknoten mit Binderöhrchen

    Körper für Fliegen:

    Dubbing-Körper
    Muddler-Körper

    Behechelung:

    Palmer-Hechel

    Flügel und Schwänzchen:

    Schwänzchen
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. November 2007
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  2.  
  3. Goderich

    Goderich Superprofi Petrijünger

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    Geräte zum Fliegenbinden

    Hier sind einige Geräte, die beim Fliegenbinden nützlich sind und die man eigentlich haben sollte.

    [​IMG]

    1. Einfädler zum einfädeln der Bindeseide in den Bobbin
    2. Bobbin (Spulenhalter)
    3. kleine scharfe Schere
    4. Pinzette
    5. Bindelack
    6. Dubbingnadel (zum Zupfen von Dubbingfasern und zum Auftragen von Bindelacktröpfchen)
    7. Whip-Finisher (zum Anfertigen des Kopfknotens)
    8. Haaraufstoßer (für Haarbüschel)
    9. Dubbing-Twister (gibt’s in unterschiedlichen Ausführungen zum Zwirbeln von Dubbing)
    10. Hechelklemme

    Außerdem geht nichts ohne den Bindestock.

    [​IMG]

    In ihn wird der Haken eingespannt um die Fliege darauf zu binden. Ich bevorzuge Modelle mit Metallfuß. Die meisten haben eine Klemme zum Befestigen an der Tischkante. Das finde ich persönlich unpraktisch, geht aber auch.
     
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  4. Achim P.

    Achim P. Super-Profi-Petrijünger

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    Grundlagen des Fliegenbindens......

    Hallo Steffen,

    sehr gute Idee von dir :daumenhoc, hatte auch schon mit dem Gedanken gespielt, habe deinen Beitrag u. das was noch in diesem Treat folgen wird als "wichtig" oben angepinnt... :respekt
     
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  5. Jungpionier

    Jungpionier Super-Profi-Petrijünger Gesperrte(r) User(in)

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    Würde ja gerne damit anfangen aber ich glaube, wenn ich dann hier noch Hühnerbälger, Fasanenbüschel und Rehhaardecken anschleppe, fliege ich raus :crying
    Aber danke schon mal fürs Einstellen der Gerätschaften...bekam erstmal einen Schreck beim Anblick des Bildes...Prof. Dr. hc. hobbygyn. :hahaha: :hahaha: :hahaha:
    dann stellt sich heraus es ist nur zum Bauen von Insekten...PUH :respekt
    Willi
     
  6. Goderich

    Goderich Superprofi Petrijünger

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    Grundwicklung

    Fast jede Fliege beginnt mit einer Grundwicklung. Sie dient zum einen dem Befestigen der Bindeseide am Haken und zum anderen als Unterbau für die darauf folgenden Bindeschritte.

    1. Schritt:
    Die Bindeseide wird an den Hakenschenkel gelegt und in einigen losen Windungen bis zum Hakenöhr geführt.

    [​IMG]

    2. Schritt:
    Nun wird die Bindeseide zurückgewunden sodass sie über Kreuz um den Hakenschenkel gewickelt ist. Das überstehende Ende wird entweder jetzt oder nach dem Ende der Grundwicklung abgeschnitten.

    [​IMG]

    3. Schritt
    Die Seide wird in losen Windungen bis zu dem Punkt geführt, wo der Schwanz der Fliege sein soll.

    [​IMG]

    Fertig ist die Grundwicklung. Sie kann mit Bindelack gesichert werden um die Fliege haltbarer zu machen. Das ist besonders bei Hechtstreamern und ähnlichen, stark beanspruchten Mustern, interessant.
     
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  7. Aalglöcken

    Aalglöcken Southern Carp Hunter

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  8. Goderich

    Goderich Superprofi Petrijünger

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    Dubbingkörper

    Keine Fliege ohne Körper. Jede hat einen und die vermutlich häufigste Variante ist ein mit Dubbing auf den Hakenschenkel gebundener Dubbingkörper.


    Unter Dubbing versteht man verschiedenste Fasermaterialien, die dazu geeignet sind, auf einen Faden gezwirbelt und dann buschig an den Haken gewunden zu werden.

    Es gibt zwei Möglichkeiten das Dubbing an den Bindefaden zu bekommen, die ich hier vorstellen möchte. Hier die erste Alternative:

    1. Schritt
    Nachdem man die Grundwicklung fertiggestellt hat wird die Bindeseide gestreckt. Jetzt kann man etwas Dubbing nehmen, an den Faden legen, und es durch Zwirbeln zwischen den Fingern an dem Faden befestigen.

    [​IMG]
    [​IMG]

    2. Schritt
    Ist das Dubbing am Faden wird dieser in mehreren Windungen um den Haken gelegt, bis der Körper die gewünschte Form hat. Je enger die Windungen nebeneinander liegen, desto fester und auch dicker wird der Körper.

    [​IMG]


    Die zweite Alternative ist, das Dubbing mit Hilfe eines so genannten Dubbing-Twisters in eine Schlaufe, die man mit der Bindeseide formt, zu drehen. Es wird dadurch wesentlich stabiler, verliert aber an Flauschigkeit.

    1. Schritt
    Nach der Grundwicklung nimmt man einige Zentimeter der Bindeseide und formt damit eine Schlaufe. Die Länge richtet sich nach der Länge und Dicke des Körpers. Lieber zuviel als zu wenig denn abschneiden kann man ja immer. Die Schlaufe wird fixiert, indem man sie mit der Bindeseide am Hakenschenkel einige Male umwindet.

    2. Schritt
    Nun wird die Schlaufe in den Dubbing-Twister gehängt und das Dubbing in die Schlaufe gelegt.

    [​IMG]

    3. Schritt
    Jetzt verzwirbelt man die Schlaufe und sie legt sich immer enger um das Dubbing bis ein langer fester Dubbingstrang entsteht.

    [​IMG]

    Mit diesem Dubbingfaden verfährt man dann genauso, wie in Alternative 1 beschrieben.

    Im Handel bekommt man Dubbing-Wachs, der es erleichtert das Dubbing an die Bindeseide zu bekommen. Die Meinungen über Sinn und Unsinn gehen da sehr weit auseinander. Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass dies stark vom Dubbingmaterial abhängt. Ich hab auch schon mit Materialien gearbeitet, die sich nur extrem schlecht verzwirbeln ließen. Da war das Wachs sehr hilfreich.
     
  9. nepomuk

    nepomuk Super-Profi-Petrijünger Gesperrte(r) User(in)

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    Super gemacht Goderich! :)

    So weit bin ich jetzt auch,
    und jetzt??

    Dann werde ich wohl beim Kopfknoten inprovisieren müssen.

    In anderen Berichten fand ich leider keine Lösungen.

    Falls Du mal Zeit hast,
    binde die Fliege doch bitte fertig.

    MfG.
    Swen
     
  10. Eberhard Schulte

    Eberhard Schulte Flyfisher

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    Hallo Nepomuk,
    hier zeige ich Dir eine Möglichkeit, den Kopfknoten zu binden.
    Die meisten Binder nehmen dazu den sog. Whip-Finisher. Da ich mir aber mit dem Ding die Finger breche, verwende ich für den Kopfknoten meist eines der Binderöhrchen. In dem Bindewerkzeug, welches Steffen vorgestellt hat, sind sie leider nicht drin. Du bekommst sie aber überall, wo Bindewerkzeug verkauft wird, auch einzeln zu kaufen. Es gibt sie mit verschiedenen Durchmessern. Je dicker der Kopf, wie hier bei meinem Streamer, um so größer muß der Durchmesser des Röhrchens sein. In den Griffen der Dubbingnadel und des Verzwirners sind hinten übrigen auch Röhrchen, allerdings nur für kleinere Fliegen. Du nimmst das Röhrchen, legst es an den herunterhängenden Bindefaden und machst einen doppelten halben Schlag, nur eben nicht um Deinen Finger, sondern um das Röhrchen. Dann setzt Du es auf den Kopf der Fliege, schiebst die entstandene Schlinge über den Fliegenkopf an die Stelle, wo der Abschlußknoten sitzen soll und ziehst die Schlinge zu. Fertig. Dann Lack darauf u. die Fliege ist fertig.
    Leider konnte ich allein nicht den gesamten Knot-Vorgang fotografieren, aber ich hoffe. es kommt auch so verständlich rüber.
    Gruß
    Eberhard
     

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    Zuletzt bearbeitet: 12. November 2007
  11. Goderich

    Goderich Superprofi Petrijünger

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    Palmer-Hechel

    Eine von vielen verschiedenen Hechelformen (und sicherlich die einfachste) ist die Palmerhechel. Man findet sie meist bei Trockenfliegen. Sie hat eine sehr hohe Auftriebsfähigkeit und ist daher gut für schwere Fliegenmuster wie die Real-Sedge geeignet. Man kann sie aber auch bei Nymphen wie der Killerbiene finden.

    Schritt 1: Die Hechelfeder wird mit der Kielseite am hinteren Teil des Hakens eingebunden. Dabei sollte die glänzende Seite nach vorne zeigen.

    [​IMG]

    Schritt 2: Die Feder wird nun gleichmäßig und (WICHTIG) in der gleichen Wickelrichtung wie der Bindefaden in Richtung Hakenöhr gewickelt. Dann nur noch mit der Bindeseide einbinden und fertig ist die Palmerhechel.

    [​IMG]
     
    Zuletzt bearbeitet: 15. November 2007
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  12. Goderich

    Goderich Superprofi Petrijünger

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    Der Muddler

    Beim Muddler handelt es sich um eine Art Körper für Fliegen. Ein berühmter Vertreter dieser Gattung ist die Koppe, deren Körper oft aus einem Muddlerkörper besteht. Aus Mäuse und "Brotflocken" kann man auf diese Weise sehr effektiv binden.

    Im Grunde handelt es sich um ein dickes und dichtes Rehhaarbüschel. Daher ist es auch fast unsinkbar.


    Schritt 1: Nach der Grundwicklung wird ein Büschel Rehhaar genommen und mit mehreren Windungen der Bindeseide an den Haken gelegt. Die Windungen sollten mittig am Büschel liegen, damit sich das Haar gleichmäßig abspreitzt. Jetzt wird der Faden festgezogen und das Rehhaar spreitzt sich in alle Richungen ab.

    [​IMG]

    Schritt 2: Das Rehhaar wird mit der freien Hand nach hinten gelegt und festgehalten, während davor einige Windungen mit der Bindeseide dafür sorgen, dass die Haare auch hinten bleiben.

    [​IMG]

    Schritt 3: Ein neues Büschel Rehhaar wird an den Haken gebunden und zum Muddler verzurrt.

    [​IMG]

    Die beschriebene Prozedur wiederholt sich, bis man einen Körper geformt hat, der den Vorstellugen des Binders entspricht. Anschließend wird der Kopfknoten gebunden.

    Jetzt kann man das Rehhaar mit einer Schere so zurechtstutzen, dass sich ein Körper formt. Auf diese Weise kann man Mäuse, Koppen mit Flossen und sogar Köpfe Schaufelform (diese laufen wie ein Wobbler) herstellen.

    Viel Spaß beim Nachbinden!
     
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  13. Goderich

    Goderich Superprofi Petrijünger

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    Schwänzchen

    An der Wupper hat mir mal jemand gesagt: "Wenn deine Fliege keinen Schwanz hat, fängst Du nix." Ich hab ihm dann mal das Gegenteil bewiesen.
    Dennoch sollte das Schwänzchen im Repertoite des Fliegenbinders nicht fehlen!

    An Materialien kommt so ziemlich alles in Betracht, was sich im Bindekoffer findet. Von diversen Haaren über Hechelfibern bis hin zu speziellen künstlichen Schwanzmaterialien kann man so ziemlich alles einbinden, wonach einem der Sinn steht.

    Und so gehts:

    Schritt 1 (optional): Nach der Grundwicklung kann man einen Knubbel um das Ende des Hakenschenkels binden. Das sollte man machen, wenn das Schwänzchen sich ordentlich aufspreizen soll. Will man es gerade und dicht über den Hakenbogen ragen lassen, lässt man es einfach weg.

    [​IMG]

    Schritt 2: Das Material für das Schwänzchen wird ans Ende des Hakenschenkels gelegt und zunächst mit sanften Wicklungen umfangen. Als nächstes das Material gut festhalten und ide Wicklungen der Bindeseide festzurren. So verhindert man, dass sich die einzelnen Fibern mit um den Hakenschenkel drehen, anstatt ordentlich obendrauf zum liegen zu kommen.
    Tipp: Ein Haaraufstoßer hilft, die einzelnen Haare/Fibern gleichmäßig auf eine Länge zu legen.

    [​IMG]

    Schritt 3: Es empfielt sich besonders bei Trockenfliegen, den Rest der verwendeten Haare/Fibern auf dem gesamten Hakenschenkel - nicht zu fest, aber lückenlos - einzubinden. Hierdurch erhöht sich die Auftriebskraft der Fliege zusätzlich.

    Viel Spaß!
     
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  14. theicelandic

    theicelandic Neuer Petrijünger

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    schade!! Bei mir funktionieren die links nicht!! Würde sehr gerne mal ein paar bindevideos sehen! Kennt jemand gute Alternativen??
     
  15. theicelandic

    theicelandic Neuer Petrijünger

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    Aber sehr schön beschrieben das ganze!! Nach 2 Stunden Suche im Internet nach einer anständigen Beschreibung wie man leichte Fliegen bindet echt ein Erfolg!! Danke
     
  16. Eberhard Schulte

    Eberhard Schulte Flyfisher

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    Geh einfach mal bei Google auf "Videos", anstatt auf Web. Dann gibst Du ein: "Fliegen binden". Schon hast Du so viele Bindevideos, daß Du den Abend dafür brauchst.
    Viel Spaß beim Anschauen u. natürlich viel Erfolg beim Nachbinden.
    Natürlich hat man niemals alle die Materialien, die ein Profi verwendet, der von irgendeiner Firma gesponsert wird (Oliver Edwards z. B. von Orvis). Aber es gibt immer Möglichkeiten zum Improvisieren, denn Fische können keine Bindeanleitung lesen u. ihnen ist es egal, ob eine Fliege mit dem angegebenen oder einem ähnlichen Material gebunden ist.
    Gruß
    Eberhard
     
  17. red-tag

    red-tag Profi-Petrijünger

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    Hechelmass

    Habe hier eine einfache Möglickeit gefunden,zum abmessen für Hechelfedern.Jeder der einen Drucker hat kann es sich ausdrucken.Auf den link klicken und dann steht da, Vorbereitung der Hechel , draufklicken und nach recht scrollen,unter dem Bild steht in rot:Hechellehre.klick drauf und eine PDF datei öffnet sich:Nun kann man das teil wie beschrieben ausdrucken,am besten auf dickeres Papier,nicht vergessen auf 100% Grösse vor dem drucken einstellen.

    http://www.fliegentom.de/html/hechelfedern.html
     
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