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Tierschutz - Fangprämie für einen markierten Aal

Dieses Thema im Forum "- Natur- und Gewässerschutz" wurde erstellt von Angelspezialist, 15. Juli 2005.

  1. Angelspezialist

    Angelspezialist Super-Profi-Petrijünger

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    Monitoring der Blankaalbestände
    20 Euro Fangprämie für einen markierten Aal!


    Seit Anfang der 1990er Jahre ist ein massiver Rückgang der Bestände des Europäischen Aals (Anguilla anguilla) festzustellen. Von diesem Bestandsrückgang sind auch die ertragreichen Aalgewässer in Brandenburg betroffen. Als Ursachen für den drastischen Bestandsrückgang werden verschiedene globale und regionale Einflüsse diskutiert, die jedoch noch unzureichend geklärt sind. Das Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow (IfB) beschäftigt sich deshalb zur Zeit schwerpunktmäßig mit diesem Problem sowie den Möglichkeiten einer gezielten Förderung der Aalbestände in Brandenburger Gewässern. Einen Hauptbestandteil der Untersuchungen stellt die Erfassung der Blankaalbestände dar.

    [​IMG]Im Rahmen dieser Untersuchungen werden in diesem und in den folgenden zwei Jahren in der Havel wandernde Blankaale markiert. Die markierten Aale zeichnen sich durch einen auffälligen, ca. 0,5 mm dicken und 5 mm langen orangefarbenen Markierungsstreifen in der Nähe der Afterregion aus (s. Abbildung). Wer in Havel, Elbe und mit diesen in Verbindung stehenden Gewässern einen derart markierten Aal fängt, kann sich damit eine Prämie von 20 € pro Stück sichern. Die Vergütung erfolgt gegen Aushändigung/Abholung des kompletten, in einer Tüte verpackten, tiefgefrorenen Aals, zu dem Fangdatum, Fangort, Fanggerät und Fänger (Person) bekannt sein müssen.

    Kontaktadresse für Fragen oder FangmeldungenJanek Simon oder Erik Fladung
    Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow
    Im Königswald 2 (Zufahrt über Groß Glienicke, Sacrower Allee)
    14469 Potsdam
    Telefon: 033201 / 406-0
    E-mail: institut.fischerei.potsdam@ifb-potsdam.de

    Quelle: www.blinker.de
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. November 2008
  2. Thomas II

    Thomas II Neuer Petrijünger

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    'Untersuchung'

    Ich halte die anstehende Untersuchung für so notwendig wie einen Kropf...IfB/IGB-typisch eben, explizite Interessenvertreter unserer Berufsfischer-Lobby.

    Millionen t von Glasaalen werden vor den Küsten weggefangen und z.T. in geschlossene Gewässersysteme eingesetzt, aus denen keine Abwanderung mehr stattfinden kann.
    Bestehende Gewässerverbauungen sind darüber hinaus seit 15-20 Jahren als weiteres Hindernis erkannt, deren Beseitigung in Arbeit, das gilt sowohl für anadrome als auch katadrome Fischarten.

    Parasiten des Aalbestandes bleiben ebenso wie Beuteschlag durch Kormorane in der Gewichtung faktisch aus...wobei ich befürchte, dass uns die Berufsfischerlobby genau das Letztgenannte als Untersuchungsergebnis präsentieren wird.

    Habe selten von einer sinnloseren Untersuchung gelesen, und das alles über Steuergelder, traurig traurig...

    Thomas
     
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  3. Nicht nur Millionen von diesen Aalen kommen in geschloßene Gewässer, sondern auch auf den Küchentisch, in Frankreich werden sie fast räuberisch gefangen und nach Japan exportiert, denn dort gelten Glasaale als Delikatesse.
    Wenn aber nichts unternohmen wird, wird es in den nächsten Jahren sehr sehr düster für den Aal. Aber du hast recht, diese Aktion ist wirklich mehr als Steuergeldverschwendung.
    Ich habe von einem Experiment gehört, wo man Aale mit Hilfe künstlich hergestellten Tiefseebedingungen zum laichen gebracht hat, d. h. das sie in Aquarien den Laichweg nachgestellt haben (Strömung+Salzgehalt+Temperatur mussten genau stimmen ) und dann diese unter einem sehr hohen Drucjk ablaichen lassen haben, so etwas ist einmalig und erst wenige Male gelungen Das ist eher ein Erfolg und dahin sollten sich die Wissenschaftler orientieren, da vielleicht nur so dem Aal geholfen werden kann.
     
  4. Thomas II

    Thomas II Neuer Petrijünger

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    Laichvorgang

    Hi Marius,

    der Glasaalverbrauch der asiatischen Küche war mir bekannt, aber der künstlich initiierte Ablaichvorgang ist mir tatsächlich neu.
    Kannst Du noch weitere Informationen geben?


    Gruß, Thomas
     
  5. Hmm, muss du mal bei Google schaun, ich habe letztes Jahr oder vor zwei Jahren mal einen Bericht im Fernsehen gesehen und irgendwo mal was im Internet noch darüber gelesen, nur leider gibt es auch im hiesigen WorldWideWeb nicht sehr viele Seiten, die sich darüber unterhalten und diese zu finden ist wahrlich schwierig!

    Ergänzung: Bei Google findet man nur Seiten, wo steht, dass man es noch nicht geschafft habe, Aale zum laichen zu bringen, aber ich bin mir sicher, weil mir der der Bericht im Fernsehen mir noch klar vor Augen ist.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 30. Juli 2005
  6. JOJO

    JOJO Profi-Petrijünger

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    Man kann keine Aale zum Ableichen zwingen das geht nur in der Saragossasee was Du gesehen hast war die Aufzucht von Glasaale.Die Wissenschaft untersucht immernoch das Phänomen Aal der nur dort in der Saragossa see ableicht und sonst nirgens
     
  7. Eben nicht. Ich habe zwar keine verlässliche Quelle mehr, aber ich weiß, dass man es geschafft hat. Man hat den Golfstrom künstlich in einer 10m langen Röhre hergestellt und die ausgewachsenen Aale 2 Jahre gegen den Strom schwimmen lassen bis sie in ein Becken gelassen wurden, dass unter den Bedingungen des Saragossameers stand, sprich gleiche Druckverhältnisse, Salzgehalt, Temperatur. Das einzige Problem war, dassden Wissenschaftler die Ausbrütung des Laichs nicht gelang, weil noch ein Umweltaspekt fehlt, den man bis heute noch nicht gefundenn hat. Weiteres Problem: Das Unterfangen kostete zu viel Geld und wurde eingestellt. Man hat es nur geschafft 2 Paare ablaichen zu lassen.
     
  8. Thomas II

    Thomas II Neuer Petrijünger

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    Braunalgen...

    Ups...streitet bloss nicht.

    Kurze Richtigstellung, wird hoffentlich nicht übelgenommen: 'unser' A. anguilla laicht in der Sargassosee, oder meinetwegen dem Sargassomeer...

    Sie/Es liegt in der Nähe der Bermudas (Südwestatlantik) und hat ihren Namen daher, dass es dort dichte, freitreibende Braunalgen-Wälder gibt (Sargassum spec. ist eine Braunalgengattung), die die Aale zum Laichen aufsuchen.

    Der Laichvorgang selbst findet ca. in 1000m Tiefe statt ... da hätten die Experimentatoren für den Versuch ja etwa 100 Atmosphären künstlich erzeugen müssen.

    Bin etwas skeptisch, aber weiterhin sehr interessiert...in die Glasaale wandeln sich die Larven erst um, wenn sie passiv über den Golfstrom an die Küsten verfrachtet wurden (dauert etwa 3 Jahre)...dann ziehen sie als Steigeaale weiter flussaufwärts.


    Thomas
     
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  9. Thomas II

    Thomas II Neuer Petrijünger

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    Aal und Kormoran

    Hi Marius,

    vieles an dem Artikel ist natürlich wahr, beim Pärchen Aal und Kormoran gehe ich aber nicht ganz konform (auch bei den Nematoden nicht).

    Es hat viele Untersuchungen zum Beuteschlag der Kormorane gegeben, ein ganz typisches Beispiel für die Zusammensetzung der Beute siehe hier:

    http://schleswig-holstein.nabu.de/i...wig-holstein/tiere/voegel/kormoran2-gross.gif

    Ergebnis aller bisherigen Untersuchungen ist, dass wirtschaftlich wichtige Fischarten allenfalls marginal durch den Kormoran erjagt werden, dazu gehört eben auch der Aal.
    An größeren Gewässern (Seen) konnte bisher überhaupt kein schädlicher Einfluß auf den Fischbestand nachgewiesen werden...Problem-SPots sind lediglich Teichwirtschaften und kleinere Bach-/Flusstrecken mit unnatürlich hohem Bestand (---> Besatz).

    Viele Zahlen, Untersuchungsergebnisse und Meinungen haben wir letztens hier zusammengetragen (für Interessierte):
    http://www.barschalarm.de/index.php...topic&t=1497&postdays=0&postorder=asc&start=0

    In dem Thread habe ich mich auch an einen Lösungsansatz für die Kormoranproblematik herangewagt...

    Den Link bitte nicht als Werbung für ein anderes Forum missverstehen, bin nur schlicht und einfach zu faul, alles bisher Zusammengetragene noch einmal zu wiederholen oder einfach schnöde einzukopieren.


    Thomas
     
  10. D@nny

    D@nny Super-Profi-Petrijünger

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    An alle Aalangler aus Berlin & Brandenburg

    Hallo liebe Aalfreunde,

    bin auf diesen Artikel gestossen,den ich Euch nicht vorenthalten wollte.

    Klick hier drauf

    Gruss D@nny.
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. August 2007
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  11. Barschfreak

    Barschfreak Super-Profi-Petrijünger

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    Stimmt den Bericht hab ich auch gesehen,in dem ein Aal unter künstlichen Bedingungen (Druckkammer) zum ablaichen gebracht wurde !

    MfG Nico
     
  12. Angelspezialist

    Angelspezialist Super-Profi-Petrijünger

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    Aktuelle Info vom Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow:

    25 Euro Kopfgeld für einen markierten Aal !


    Wie bereits in den vergangenen Jahren mehrfach berichtet, beschäftigt sich das Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow (IfB) derzeit schwerpunktmäßig mit den Ursachen des Bestandsrückgangs beim Aal sowie den Möglichkeiten einer gezielten Förderung der Aalbestände in Brandenburger Gewässern.

    Im Hinblick auf die nach einer neuen EU-Verordnung zu erarbeitenden Bewirtschaftungspläne für die Aalbestände in unseren Binnengewässern ist es wichtig, Informationen und Daten zur Zahl der in die Sargassosee zum Laichen abwandernden Blankaale, zu ihrem Wanderverhalten und zu den Hauptwanderwegen zu sammeln.

    Von unserem Institut werden deshalb auch in diesem Jahr mehrere Hundert Blankaale gefangen, markiert und zum Teil mit Sendern versehen in die Gewässer ausgesetzt, um deren Weg ins Meer zu dokumentieren. Die bisher von Berufsfischern und Anglern eingegangenen Fangmeldungen sind zwar sehr erfreulich, reichen aber für eine Einschätzung der Bestände noch nicht aus.

    Wer also in Havel, Elbe und Oder bzw. mit ihnen in Verbindung stehenden Gewässern Aale fängt, sollte sich diese unbedingt genauer ansehen !

    Aale, die einen auffälligen, orangefarbenen Markierungsstreifen in der Nähe der Afterregion tragen oder eine ca. 2 cm lange, mit blauem Garn vernähte Operationswunde an der Bauchunterseite aufweisen (s. Abbildungen) bitten wir in eine Plastiktüte verpackt einzufrieren und umgehend dem Institut unter folgender Kontaktadresse zu melden:

    Erik Fladung oder Janek Simon
    Institut für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow
    Im Königswald 2
    14469 Potsdam
    Telefon 033201 / 406-0
    E-mail: erik.fladung@ifb-potsdam.de.

    Unser Institut setzt eine Fangprämie von 25 Euro pro markierten bzw. besenderten Aal aus. Die Vergütung erfolgt bei Aushändigung / Abholung des Aals, zu dem wie gehabt Fangdatum und genauer Fangort bekannt sein müssen.

    Aal mit orangefarbener Markierung in der Afterregion (Foto: Simon)

    [​IMG]

    Lage der orangefarbenen Markierung am Bauch

    [​IMG]

    Aal mit in die Leibeshöhle implantiertem Sender (Foto: Simon)

    [​IMG]
     
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  13. Torsten1

    Torsten1 Gast

    Prämie erhöht,jetzt 40€

    Dieses Jahr werden wieder Blankaale mit Transpondern,Markierungen ausgesetzt.
    Eine Rückmeldung auch von uns Anglern ist äußert wichtig,sichert es doch die nötigen Erkenntnisse für das IfB.
    Schließlich ist es für die Aalangler auch wichtig,fließen doch diese Erkenntnisse in die Berechnungen der abwandernden Blankaalmenge ein.
    Diese ist wichtig und entscheidet letztendlich auch darüber,ob es zu Einschränkungen beim Fang kommen kann.
    Begutachtet Eure Fänge genau,im Zweifel macht nen Bild oder meldet Euch beim IfB.
    So hier der Text.

     
  14. Andre Kohl

    Andre Kohl Profi-Petrijünger

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  15. Rapfenjäger

    Rapfenjäger Super-Profi-Petrijünger

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    Na 40€ fürn Aal das ist schon viel...

    Wo sind sie, her damit:)
     
  16. Torsten1

    Torsten1 Gast

    @Andre
    Seh ich auch so.:)
     
  17. Stellt sich doch die Frage warum die Prämie erhöht werden muss?!

    Muss der finanzielle Anreiz tatsächlich herauf geschraubt werden um den Erfolg einer solchen Aktion zu gewährleisten? Gibt man seinen Fang zu wissenschaftlichen Zwecken für weniger nicht her oder muss überhaupt erst Anreiz geschaffen werden den Aal auf die Markierung zu prüfen?

    Gehen jetzt womöglich die Angler gezielt auf den Aal los um sich eine Prämie einzusacken. Ab welcher Höhe passiert dies? Muss eine Prämie so hoch werden um zu wirken, dass sie dem Aal irgendwann schon wieder schaden könnte?
     
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  18. Rapfenjäger

    Rapfenjäger Super-Profi-Petrijünger

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    Ich denke mal das viele Angler das gernicht wissen und der Aal trotzdem im Räucherofen oder in der Pfanne landet, wer schaut schon nach so einem kleinen Strichlein am Bauch.
     

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